Samstag, 13. Januar 2018

heute vor einem Jahr

habe ich eine Viertelstunde lang mit meiner Mutter gesprochen. 
Sie rief spät am Freitagabend an, um mir zu sagen, dass ich wegen dem Sturm an dem Wochenende nicht kommen soll. Das war das letzte Mal, dass ich mit ihr geredet habe.

Zwei Tage später kam sie ins künstliche Koma und auf die Intensivstation. In einem Krankenhaus das ganze 100 km von meiner Stadt entfernt liegt. Am Ende ihres Lebens war sie fast wieder an der Küste, die Deern.  

Weil ich an ihrem Todestag - am 28.01.2018 - nicht zu ihrem Grab gehen kann (es ist nicht in meiner Stadt), überlege ich mir zurzeit, wie ich diesen Sonntag für mich gestalte.

Kommentare:

  1. Das Grab meiner Mama ist leider auch zu weit weg, sodass ich an ihrem Todestag einen schönen Blumenstrauß neben ihr Foto stelle und eine kleine Flasche Wein aufmache, die ich dann auf ihr Wohl trinke. Es wäre ihr so ganz recht denke ich, Friedhöfe fand sie eh nie wichtig und wenn das Grab meines Vaters nicht mehr bestanden hätte, hätte sie eh anonym bestattet werden wollen...

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    1. Moin Maike,
      wir haben lange hin und her überlegt, wo unsere Mutter begraben werden soll.
      Irgendwann wird der Wohnort meiner Schwester ohnehin der einzige Anlaufpunkt im meinem Leben sein. Und wenn ich es möchte, dann finde ich einen Weg zum Friedhof.
      Ich habe eine wunderschönen Friedhof um die Ecke. Da gehe ich seit 20 Jahren sehr oft hin. Dort werde ich mir ein schönen Platz suchen, eine Kerze aufstellen und in Gedanken mit meiner Mutter spazieren gehen.
      In meinem Tempo.
      In vier Wochen kommt meine Freundin aus Bayern und sie möchte mit mir zusammen zum Grab meiner Mutter gehen. Da ist dann endlich Zeit und Raum. Meine älteste Freundin wohnt ganz in der Nähe und ich hoffe, dass sie uns zum Bahnhof fahren kann.
      Eine muss nicht am Grab sein, um zu trauern.
      Ein Glas Wein und schöne Blumen am Fotos sind eine wunderbare Idee.
      Ahoi
      Oona

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