Dienstag, 14. November 2017

nebenbei


Sonntag und heute habe ich viel geschlafen. Sehr früh bin ich wach geworden. So konnte ich sehen, wie in der Ferne über den Baumkronen der Tag anfing. Es war still im Haus und auch draußen. Ich stand in der Küche vor dem bollernden Heizkörper und schaute diesem intensiven Blau zu, welches von Minute zu Minute heller wurde. Als das klare Licht die Umgebung aus dem Dunkel heraus holte. Das sind die Momente, die mir mehr bedeuten, als eine sich vorstellen kann. Das geht bis tief in die Seele. 
Das Wetter war wunderbar. Am späten Vormittag habe ich einen kleinen Spaziergang gemacht habe. Ein heller Tag.

Am frühen Abend habe ich gekocht. Während ich das Essen zubereitete wurde mir plötzlich klar, dass mir bzgl. der "neuen" Arbeit eine deutliche und entspannte Sicht auf die Dinge fehlt. Das ich die "Fehler" nur bei mir suche. Außerdem stellte ich fest, dass mir in der Firma durch verschiedene Umstände mein "Büro-Rückgrat" abhandengekommen ist. 

Nicht, dass ich etwas nicht richtig oder nicht schnell genug mache, ist das Problem. Mein - fast automatisches - Verhalten nach einem „Fehler“ ist schwierig. Meine seelische und körperliche Haltung bricht ein. 

Ich fragte mich und spürte nach, wieso die letzte Arbeitswoche ungut für mich war, warum ich das Gefühl habe ständig arbeitstechnisch "zu schwimmen" und diese Woche mich dermaßen erschöpft hat.

Sehr viel weniger als vor Jahren verhalte ich mich unklug. Das will ich der ehrenhalber für mich selbst hier notieren. Jedoch sind es noch zu viele Dinge, welche mir über kurz oder lang schaden.

Ich habe vergessen, dass eine mit einem vorhandenen oder zumindest gespielten Selbstbewusstsein auf der Arbeit sein muss. Sonst hat eine verloren.

Grundsätzlich ist es wichtig sich zu merken, dass eine nur sehr wenigen und nahen Menschen die eigene Bedürftigkeit, Wahrnehmung oder Verletzlichkeit zeigen darf. 
Eine bekommt durch diese unkluge Vertrauens-Seeligkeit und / oder Offenheit nicht das, was sie braucht, wonach sie sich sehnt, was sie stärkt und was sie zufrieden macht. 
Es bleibt ein „sich verkaufen“ für fast nichts.
Das ist auch das Damoklesschwert über diesem Blog. 

Es gibt diese schöne, kluge Geschichte von E*ckhart von H*irschhausen über das P*inguin-Prinzip. Ein „Seevogel, der unförmig und unpassend für das Leben auf dem Land ist. Eine Fehlkonstruktion? Ein wenig schwerfällig. Wenn er jedoch in seinen Element dem Wasser ist und in der Kälte, dann ist sein Körper perfekt und er hat ungeahnte Fähigkeiten.

Im Moment habe ich weder die Kraft oder die Gesundheit, noch den Mut oder die guten Ideen, wie ich als Pinguinfrau  ;-)  aus dieser heißen Wüste ins das kühle, erfrischende Wasser der Antarktis komme...

Kommentare:

  1. Ein sehr interessantes und auch schön geschriebenes "nebenbei", das mich anrührt, weil ich die letzten Jahre ganz ähnliche Erfahrungen machen musste, oder ist durfte vielleicht besser.
    Fehler sehe ich grundsätzlich zuerst bei mir und so manche Situation, die mich noch Wochen beschäftigt und zwar voller Sorge, ist für die anderen an der Situation beteiligten gar nichts, und erst, wenn ich das realisiert habe, verschwinden meine Ängste und, so komisch das klingt, ich weiß dann nicht einmal mehr so recht, warum ich solche Angst hatte.
    Das macht mein Arbeitsleben auch nicht unbedingt einfacher.
    Aber mittlerweile denke ich, zumindest an den guten Tagen, wenn ich nicht in die Antarktis komme, dann muss ich eben so tun, als sei ich dort, und ich habe langsam die Überzeugung, es wird schon irgendwie weiter gehen.

    Ich wünsche Dir jedenfalls alles Gute!!!

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

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    1. Moin Wolfgang,

      ich danke Dir für Deine Gedanken zu meinem Text.

      An manchchen "guten" Tagen, habe ich das Gefühl schon ein paar Pinguin-Federn zu haben.

      Ahoi
      Oona

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