Sonntag, 25. Juni 2017

M*osaik-Teilchen 1


In den letzten drei Wochen habe ich vormittags in der einen Firma als Vertretung (Aushilfe) gearbeitet. Eine Woche liegt noch vor mir.

Seit dem letzten Montag bin ich bei einer anderen (T*ochter)- Firma für zehn Monate angestellt. Diese Firma sitzt zwei Häuser weiter. Dort habe ich am Mo., Mi. und Fr. in der letzten Woche am Nachmittag mit der Einarbeitung angefangen. 

Montag also nach der Arbeit am Vormittag und einer winzigen Pause dann hin in Büro zu meiner neuen Arbeit. Die Frau, die ich wegen ihrer kommenden E*lternzeit vertreten werde – nennen wir sie hier Susi – ging mit mir gleich raus in den Hof des Hauses. Dort war es ruhiger. Im Schatten unter dem großen Sonnenschirm konnte ich die 30 Grad geradeso aushalten. In dieser ersten Stunde bekam ich eine sehr grobe Beschreibung meiner zukünftigen Tätigkeiten. Dazu den Plan, wie die nächsten zwei Monate die Ein*arbeitung für mich angedacht ist. Im Anschluss wurde mir von Susi ein großer Teil des Hauses gezeigt – weil ich für den Job wissen muss, wo welche R*äumlichkeiten sind - und ich habe „unterwegs“ auf den Fluren und in den Büros viele KollegInnen „kennengelernt“. Dutzende von Namen und Berufsbezeichnungen.

An dem Tag war es sehr heiß, dass ich ohnehin schon etwas „angeschlagen“ war. Davor bereits vier Stunden im ersten Job gearbeitet. Als ich um 18 Uhr zu Hause war… Menschenskind, war ich fertig mit der Welt.
Zuhause auf dem Sofa sitzend fragte ich mich: „Was brauchst Du jetzt?“ Ich hatte viel zu wenig gegessen und getrunken. Erst einmal habe ich ordentlich Flüssigkeit nachgefüllt. In Ruhe ausreichend gegessen. Danach ab auf die Matte! Während der 25 Minuten auf dem Boden, wo ich meiner AT-Lehrerin von einer CD lauschte, konnte ich entspannen und loslassen. Einen kleinen Moment schlafen. Der dringend benötigte Cappuccino danach war pures Glück. Im Anschluss fühlte ich mich gegen 20.30 Uhr etwas erholt.

Am Freitag vor dem Montag, wo mein erster Tag in der neuen Firma war, wurde ich ja ganz kurz nur und so zwischen Tür und Angel den neuen direkten KollegInnen in meinem nächsten Büro vorgestellt. In dem Raum standen zwei große Vasen mit H*yazinthen. Der Duft ist unschön und ich bekomme von diesen schönen Blumen u. a. starkes Kopfweh. Am Wochenende sprach ich mir Mut zu. Ich habe immer eine Lösung gefunden. Und das werde ich auch jetzt. Immer einen Schritt nach dem anderen Schritt.
Nun waren an dem Freitag auch wie an meinem ersten Nachmittag dort in dem Raum alle Türen in jegliche Richtungen auf wegen der Wärme bzw. Hitze und auch die große Fensterfronten (im Schatten) standen weit offen. Die Ventilatoren waren zudem an. Also habe ich die Blumen zum Glück nicht gerochen. Vermutlich waren die langsam aufkommenden Kopfweh eher den vielen Eindrücken, der Überlastung und der Hitze geschuldet.

Als Susi und ich am Montagnachmittag erneut im Haus unterwegs waren – eine Viertelstunde vor dem Feierabend - nahm ich meinen ganzen Mut zusammen. Ich fragte sie so entspannt wie möglich, wie ich wohl am klügsten bei den KollegInnen die duftenden Hyazinthen im Raum anspreche. Oder überhaupt meine D*uftstoff-Ü*berempfindlichkeit. Susi blieb stehen und schaute mich an. Sie sagte dann etwas erstaunt und freundlich: „Aber die sind doch aus Plastik.“

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Kommentare:

  1. Ich lache Tränen - Autosuggestion at its best! Hätte von mir sein können. Geht immer noch ein bisschen irrer als man glaubt!

    Wird schon alles gut werden, Frau Oona!
    Immer dran denken - die meisten sind mindestens genauso verrückt wie man selbst und - die meisten denken weit weniger über deine "Verrücktheit" nach als über sich selbst. Ein sehr befreiender Gedanke wie ich finde.

    LG,
    Marie
    (Im Moment nicht von ganz umme Ecke)

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  2. Die Geschichte ist bestens, genau so hätte es mir gehen können.

    Liebe Grüße
    Ganga

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  3. Echt witzig, das Ende der Geschichte!
    .
    Liebe Grüße!

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  4. Entschuldige... hihihi... ich kann nicht mehr. DANKE für diesen Start in den Tag. Herrliche Geschichte. Ja, es werden wohl eher die gesammelten Eindrücke sein, die am Anfang fluten. Aber das wird mit der Zeit besser. <3

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