Donnerstag, 16. Februar 2017

irgendwie haltlos

Bei strahlendem Blau am Himmel und der milden Mittagssonne wurde die Urne meiner Mutter in die Erde eingelassen. Frische Frühlingsblumen in einem zarten Kranz um die Urne herum. Sie vermischten sich auf der Erde liegend mit unseren mitgebrachten vier kleinen Sträußen aus weißen Rosen. Die Ruhe auf dem Friedhof war wohltuend. 
Der junge Bestatter hat seine Aufgabe gut gemeistert. 

Aus einem Grund (den ich nicht aufschreibe) ging diese kurze Zeit auf dem Friedhof an meinem Inneren vorbei. Ich war da und "wach", aber irgendwie... es ist, wie es ist. 

Am späten Nachmittag ging ich zu B.H., welche fünf Minuten von meiner Schwester entfernt lebt. Es gab Cappuccino und frische, selbstgebackene Kekse. Letztlich wurde der Tag zu lang, aber es war gut die Freunde zu sehen und ein wenig zu sprechen. Ich rede ansonsten kaum noch. Wenn einmal jemand zu sprechen da ist, kann ich nicht viel reden.

Nach zwei Stunden bei meinen Freunden bin ich mit dem Zug nach Hause gefahren. Im Zug holte mich ein, was womöglich zur Urnen-Beisetzung hätte sein sollen (?). 
Zudem schrieb mir während meiner Zugfahrt meine Schwester, dass sie noch einmal auf dem Friedhof gewesen ist und das Grab verschlossen war. Die Blumen lagen schön auf der Erde. 
Erst in dem Moment hatte ich das Gefühl von "abgeschlossen". 
Dieses Sehen und das Wahrnehmen des offenen Grabes, welches wir ungeschützt zurücklassen mussten, dass hat mir nicht gut getan. Ich bin so froh, dass meine Schwester noch einmal zum Grab gegangen ist und mir das mitgeteilt hat.

Nach über neun Stunden Schlaf bin ich in einen neuen Tag gestartet. Heftige Gefühle der Trauer überfluten mich und irgendwie fühle ich mich haltlos. 

Alles, was von einem langen, schönen, schweren Leben ... von einem Menschen... über bleibt, dass passt in ein kleines Gefäß aus grünen Marmor.

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