Samstag, 14. Januar 2017

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Weil meine Mutter mich gebeten hat mit dem Mors zu Hause zu bleiben - aufgrund der Wetterlage - habe ich das Wochenende nun doch für mich.

Kommentare:

  1. Liebe Oona,

    was du wahrscheinlich weißt, ist
    1.) du bist keinem Rechenschaft schuldig und kannst Zeichenmaterial kaufen und es einfach nur hübsch finden. Das ist völlig in Ordnung.
    2.) der Welt und den allermeisten Menschen, die darauf leben, ist es tatsächlich egal, ob du nicht zeichnest oder doch zeichnest

    Bleibst also nur du über, die sich einen Kopf darüber macht.
    Ich habe leider keine Strategie für dich, sondern kann nur schildern, was ich mache.

    Entweder ich akzeptiere solche Mechanismen als Teil meiner Persönlichkeit und konzentriere mich nach einem Vorsatz, der gescheitert ist, auf das, was ich kann.
    Oder ich gehe Minischritte.
    (Als Beispiel ... ich bin eine sehr unbegabte Klavierspielerin und auch nicht sonderlich musikalisch und derzeit komme ich kaum zum Üben. Also mache ich das, was geht und das ist derzeit nicht täglich eine Stunde, sondern maximal 20 Minuten 3x wöchentlich. BESSER als gar NIX!
    Statt täglich jede Menge Rückenübungen zu machen, was durchaus angebracht wäre, führe ich sie immer im Vorbeigehen durch. Ohne Zeitaufwand. BESSER als gar NIX!
    Weil ich mir das Lesen von guten Büchern außer im Urlaub fast abgewöhnt habe, lese ich jetzt täglich ein Kapitel. BESSER als gar NIX!)
    Ich halte meine Erwartung an mich also bewusst klein und das Wissen darum, dass ich ein Furz im Universum bin, dessen Lebewesen es komplett am Achtersten vorbei geht, was ich tue und lasse, hilft dabei.

    Ich wüsste aber gerne, an welcher Stelle du den Grund für deinen Perfektionsdrang vermutest - es ist mir wahrlich kein fremdes Gefühl, aber ich habe mich damit ganz gut arrangiert.

    GlG,
    Marie

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    1. Moin Marie,

      Danke für diesen für mich hilfreichen Kommentar. Bei Punkt 1.) musste ich leise auflachen. Stimmt. Es ist völlig in Ordnung. Aber auf die Idee komme ich von allein gar nicht. Was eine beginnt, dass muss sie gefälligst auch zu Ende bringen oder für ewig machen. Ich weiß zum Glück, wo der Irrglaube herkommt.
      Und ja. Es interessiert tatsächlich niemanden, was ich hier in meiner Butze und in meinem Leben mache oder nicht mache. Interessant zu glauben, dass wäre für irgendjemand von Bedeutung....
      Dieser Satz hat gerade - wie ich bemerke - zwei Komponenten. Es befreit. Und macht mich unendlich traurig.
      Erwähnte ich schon, dass ich nicht ganz einfach bin ;-)

      Danke für Deine Lebensbeispiele !

      Ich habe vor kurzem angefangen in den Bücher, die ich lesen möchte, immer nur ein Kapitel zu lesen. Wenn ich mehr lesen kann und will, dann mache ich das. So komme ich überhaupt wieder zum lesen.

      Liebe Grüße
      Oona


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  2. Mir fällt zu dir liebe Oona (und nach dem Lesen von Maries Worten) noch das dazu ein: ich liebe das Sehnen stärker als das Erfüllen. Ich spüre mich besser und intensiver, wenn ich etwas ersehne, was ich noch nicht habe. Trifft das Ersehnte ein (ein Gegenstand, eine Situation, ein Mensch) ist es viel banaler als vorher, wo ich mich noch danach sehnen konnte.
    Auch das muss eine an sich akzeptieren und dann halt das Sehnen geniessen;-)
    Herzlich
    Ursula

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    1. Moin liebe Ursula,
      wie sagt eine heutzutage so schön: Da bin ich ganz bei Dir. ;-)
      Seit meiner Kindheit wollte ich das Reiten erlernen. Als ich mir diesen Wunsch vor drei Jahren endlich erfüllen wollte zumindest mit PFerden zu "arbeiten" und von ihnen zu lernen, da bemerkte ich zu meinem Erstaunen, dass ich es nicht besonders schön finde auf Pferden zu sitzen. Dafür war ich zutiefst berührt - wie selten zuvor - als ich die Pferde striegelte und mit ihnen Zeit verbringen konnte.
      Und bei jedem Treffen wurde ich etwas mutiger und sicherer.
      hm... genauso ist das mit dem "Reisen" wollen. In meinem Träumen ist das eine leichte Sache. Aber ich bekomme schon nicht einmal ohne Anfall meinen Koffer gepackt ... heute kann ich drüber lachen. Es ist halt gerade wie es ist.
      Herzlichst
      Oona

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  3. Heyho,

    ich weiß, dass es zweischneidig ist und habe auch ein bisschen gezögert, dir das so reichlich unverblümt um die Ohren zu knallen.
    Es ist ein schmaler Grat zwischen "auf sich achten" und "sich zu ernst nehmen", hm?

    Ich wünsche dir, dass du lernst, darauf nicht nur zu balancieren, sondern darauf zu tanzen!

    Und wenn du doch abstürzt: Wunden lecken, Krone richten uuuuund showtime!

    LG nochmals,
    Marie

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  4. sich schnell für was begeistern können , ist auch ein Schatz den nicht alle Menschen haben, wach sein , neugierig auf Neues , vielfältigste Interessen, da was aufnehmen...dort was abschreiben....diese Karte sammeln oder jene Zeitung kaufen weil einen was "anspringt"...usw. ich kenn das auch und es führt bei mir auch nicht immer dann zur Tat. Manchmal erst nach Monaten kram ich wieder was raus und es freut mich dann und ich bleib ne Weile dabei.....bis die nächste Sache kommt...Inzwischen kann ich gut damit leben, es ist ok. wie es ist und ich empfinde es als riesige Bereicherung in meinem Leben. Langweilig ist mir nie. UNd wie meine Yogalehrerin immer wieder sagt, "einfach die Bewertung rausnehmem" es ist wie es ist , weder gut noch schlecht. Damit lebt es sich leichter.
    Sei herzlich gegrüßt Emma

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  5. Ich stimme den anderen beiden Kommentatorinnen voll zu, letztlich bist du niemandem Rechenschaft schuldig, was du oder ob du mit der Kaligrafie wirklich was machst. Vielleicht kommt die Inspiration mal, wenn niemand davon weiß oder auch nie oder du merkst, es ist nicht dein Medium oder du merkst die Ideen kommen beim Machen. Lass dir Zeit würde ich sagen. Ich vergleiche auch des Öfteren was ich mache mit den Arbeiten von Anderen, aber das ist nur hilfreich, wenn es mich anspornt Neues auszuprobieren und spielerisch zu bleiben. Viele Grüße an dich in dein gerade ja nicht besonders einfaches Leben.

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