Samstag, 10. Dezember 2016

warten

Auf die Entscheidung eines möglichen neuen A*rbeitgebers zu warten, das ist nicht schön. Dieses Mal jedoch auch gut, weil ich für mich selbst eine Entscheidung finden kann. Wobei... kann ich das eine Entscheidung nennen? Es fühlt sich eher so an, wie wenn ich versuche "das Arbeiten gehen" ansich anzunehmen.
Eine Arbeit anzunehmen, wo mir die Arbeitszeiten nicht gefallen (Luxusgefühl ?) und damit verbunden 40 Stunden in der Woche arbeiten zu gehen. 
Werde noch weitere J*obangebote kommen? Ich werde von Monat zu Monat älter und bin mehr "raus". Gibt es nicht immer ein oder zwei unschöne Anteile bei einem Job? Kann ich an zwei Tagen in der Woche mich so erholen, dass ich die fünf Tage in der Woche gut schaffe? Und jeden Tag geht auf der anderen Seite das Geld vom Konto. Das ist kaum auszuhalten. Hat wohl was mit Ex*istenzängsten zu tun.
Ich befürchte, wenn ich mich entschieden habe, dass ich den Job annehme und die mich nicht wollen (trotz gutem Bauchgefühl meinerseits), dann könnte es sein, dass ich in ein kleines Loch falle. 
Alles recht verworren. 
Wieder "normal" sein. Wieder Geld verdienen. Den Druck nicht mehr haben. Kaum noch freie Zeit für mich. Neue Arbeit. An die 70 neue KollegInnen. Warum sollte ich das nicht schaffen? Ich gehe nicht mehr blauäugig in die Arbeit wie im April. 
"Da musste halt aus dem Quark kommen, Frau Oona." denke ich. 

Jetzt könnte eine sagen: "Nun warte es doch erst einmal ab, ob die dich überhaupt nehmen." Das kann ich nicht. Bis die Firma sich Anfang nächster Woche meldet, muss ich das für mich klar haben. Bin ich gefühlt g*rößenwahnsinnig und sage einer Firma ab, die mir einen guten Arbeitsplatz anbieten will? Oder bin ich unklug, weil ich eine Arbeit mit 40 Stunden annehme mit blöden Arbeitszeiten. Obwohl ich HSP bin, zu de*pressiven Phasen neige und die Eltern jedes Wochenende an der Backe habe.
Dann schaue ich in meinem Umfeld und sehe, dass viele meiner FreundInnen viel arbeiten und teilweise Schicht- und Wochenenddienste haben. Oder zur Arbeit bis über eine Stunde unterwegs sind.
Nun. Die Gedanken habe ich jetzt in der stark gekürzten Version einfach hingeschrieben. Schreiben hilft, wenn eine einerseits kaum jemanden zum reden hat, aber andererseits auch nicht von anderen Menschen und deren ganz eigenen Erfahrungen und Meinungen "beeinflusst" werden will.

Die kurzen Gespräche mit einer Freundin erden mich. Sie stellt mir kluge Fragen und sie erinnert mich, dass ich es einfach ausprobieren kann. Sollte ich merken, dass ist es nicht, dann bin ich dieses Mal klüger und suche einen neuen Job aus einer F*estanstellung heraus. In einem Jahr ist viel Wasser die Weser heruntergelaufen. Das Leben verändert sich.
Ich kann, darf und will verändern, handeln, beobachten und mich freuen. Nichts ist in Stein gemeißelt. 
Danke C. 

Kommentare:

  1. Liebe Oona,

    sich mit Menschen zu vergleichen, die weder ein Trauma mit sich herumschleppen noch dazu zusätzlich hochsensibel sind, ist eigentlich nicht möglich. Die meisten Leute, die ich so bewundert habe, weil sie so viel mehr als ich schafften, konnten das nur, weil sie eben gesund waren und nicht hochsensibel. Es ist nicht leicht, diese Einschränkungen zu akzeptieren, aber sie sind ja nun mal da und vom "durchhalten" wird es meiner Erfahrung nach selten besser, wenn man nunmal in einer Situation steckt, die einem mehr schadet als nutzt.

    Die meisten der Leute, mit denen man sich so gerne vergleicht, würden nicht die Hälfte ihres Pensums packen, wenn sie Dein Päckchen zu tragen hätten. Davon bin ich überzeugt, weil ich das auch schon selbst erlebt habe.

    Deine Freundin C. ist sehr schlau - ja, es ist nichts in Stein gemeißelt. Und das ist gut so :)

    Liebe Grüsse
    Clara

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  2. Liebe Clara,
    danke für Deine Worte. Sie waren erdend.
    Viele liebe Grüße
    Oona

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