Mittwoch, 2. November 2016

erstaunlich-unerstaunliche veränderte Motivation

einen J*ob zu finden. Aber vorab. Ich möchte keiner/keinem auf die Füße treten mit meinen Post. Ich weiß, dass ich auf hohem Level "jammere". Wobei. Jammern liegt mir hier jetzt fern. Obwohl eine da schnell reinrutschen kann. Verdammt schnell.
Vielleicht ist es gut mir öfter selbst zu erzählen, was ich auch alles an "Luxus" oder Glück habe. Im Verhältnis zu sehr vielen anderen Menschen. Obwohl... das klingt dann häufig nach einer Art von "Selbsterhöhung". Das ist nicht mein Ziel. Es ist eher die Frage: "Wo stehe ich heute?" Meiner ganz eigenen Meinung nach und das die nicht objektiv sein kann, dass ist ja klar.  

Eine könnte mit dem Grundgerüst anfangen. Ich bin körperlich relativ gesund und ich habe sehr gute Freundinnen. Das allein ist schon mit das Wichtige im Leben. 
Wenig Geld gab es in der Kindheit/Jugend. Meine Schwester und ich haben alles bekommen, was wichtig war. Ansonsten habe ich stets genug Geld erarbeitet in den letzten 30 Jahren. Deswegen sieht es zurzeit mit meiner vor*aussichtlichen Rente noch ganz gut aus. Welche weiß schon, ob eine die 67 Jahre überhaupt schafft und wie es dann in diesem Land aussieht.
Dazu habe ich eine bezahlbare Wohnung in einem guten Stadtteil. Hier lebe ich seit 23 Jahren. Das ist für mich ein Glück, weil allein schon der Wohnort für mich massiv wichtig ist. Also Schutz, Sicherheit, sauberes Wasser, ausreichend Essen, relative Ruhe, viel Grün und in ca. 10 Minuten bin ich in der freien Natur. 

Da ich weder rauche, noch trinke, noch andere Drogen nehme und ich keinen teuren Hobbys nachgehe, habe ich heute keinen "Mangel", weil ich mir dieses nicht mehr leisten kann oder jenes nicht mehr tun kann. Mir wird erst bewußt, was ich es da gut habe, wenn ich im TV die Berichte von den Menschen sehe, die eben ganz anders leben. Die vieles nicht konnten und/oder nicht durften. 

Meine Freundinnen würden hier einwerfen, dass ich mich auch Zeit meines Lebens sehr bemüht habe etwas zu werden, etwas zu schaffen und ich nie aufgehört habe, um dieses Leben zu kämpfen. Trotz allem. Das wertschätze ich leider tatsächlich viel zu wenig. 

Seit meinem 16. Lebensjahr arbeitete ich bis April 2013. Ich habe in der Zeit "ohne" Arbeit immer genug Geld gehabt. Und die Ab*findung (von der fast die Hälfte (!) das Finanzamt geschluckt hat) empfinde ich als persönliches Schmerzensgeld für viele Jahre massiven P*sychoterror in der alten Firma.  
Für all die Zeit des Arbeitens habe ich genug Geld von Amt bekommen. 
Ich habe Ausbildungen (beruflich und privat) mit guten bis sehr guten Ergebnissen abgeschlossen. Ich habe in der heutigen Zeit eine gute berufliche Ausbildung und mein Lebenslauf ist 1a. Bis auf das Jahr in A*LG1. Hm...und ich kann (noch) arbeiten. Zu meinen Bedingungen, um gesund zu bleiben. 

Bis vor ein paar Tagen wollte ich nicht ernsthaft arbeiten. Nicht, weil ich faul bin und es toll finde täglich fast immer allein zu sein. 
Ich kenne die Gründe, warum es mir schwer fällt zur Arbeit zu gehen. 

Doch jetzt hat sich was geändern. Ab morgen geht es ans Eingemachte (eigene Geld). Nicht, dass ich das schon lange wüßte. Es ändert sich seit Tagen etwas im Inneren. Die Befürchtungen bei einer anderen Arbeit es nicht zu schaffen oder wieder in einem schlimmen Betriebsklima zu landen etc., weichen mehr der Befürchtung unter der Brücke zu landen. Heute bekommt eine ja nicht mal mehr Plastiktüten... *lächel*

Wenn ich das eigene Geld aufbrauchen sollte, weil ich keine Arbeit finde, dann kommt ich "H4" dichter als ich meine es zu ertragen. Okay... bevor die mich in einer H4.Wohnung zwingen können, müßten sie diese in der Stadt erst einmal finden. Das ist einer meiner größten Befürchtungen.  
Jedenfalls ändert sich was. Wertigkeiten. Ängste. Sichtweisen.

Das alles sind Gedanken. In dem Moment, wo ich einen neuen Job beginne, fällt das alles weg und mein Focus liegt auf ganz anderen Dingen. Im April habe ich das ja schon gelernt/bemerkt. Es bleibt die Richtigkeit der Erkenntnis bestehen: 
"Achte Deine Gedanken und bleibe im Augenblick!"

Was kann ich jetzt dafür tun, dass sich mein kostbares Ersparniss-Polster so langsam wie irgendmöglich verkleinert. Abgesehen von den moantlichen Fixkosten von 1.050 Euro. An den Alltagskosten kann ich schrauben. Das erste Mal in all den Jahren. Nicht, dass ich nicht wüßte wie das geht.
Natürlich wäre ich nicht Oona, wenn ich nicht auch da gute Wege und Lösungen finden würde. Es ist das "nicht wollen" und blöder Trotz. Diese beiden Punkte kann ich mir gerade nicht mehr leisten.

Zuallem gäbe es zig weiterführende Gedanken und ich weiß, dass der Text jede Menge Potential hat um missverstanden zu werden. 
Ich weiß, dass ich im Grunde "nur" einen neuen Job finden muss und dann kann ich mich anderen Dingen zuwenden... 

Gleich treffe ich mich mit C. zu Pause.

 *

Kommentare:

  1. Dein Foto von den Gänsen ist toll. Ich freue mich jedes Jahr, wenn ich sie über meinen Kopf hinweg ziehen sehe und höre. Dann wird mir winterlich gemütlich zumute und dankbar für die Wärme, in der ich leben kann. Deine Gedanken rund um die Jobsuche kann ich gut nachvollziehen. Manchmal beneide ich Menschen, für die dieser Lebensbereich "Arbeit", Angestelltsein, Jobsuche etc. eine Leichtigkeit zu haben und nicht so Angstbesetzt zu sein scheint. Alles Gute für dich während der verschiedenen Momente von Auf und Ab, die es in diesem Prozess bestimmt gibt.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja. Und manchmal - wenn eine offen ist und bereit sich zu verändern - dann führen die Wege ganz anders ins Leben hinein. Welche hätte gedacht, dass Du einmal mit B&B und handwerklichem Geschick Deinen Lebensunterhalt verdienst. In den schottischen Highlands. Mit Mann und großem Hund :O)
      Alles Gute kann ich gebrauchen. Danke, liebe A.
      Grüße aus der echt novemberlichen Stadt an der Weser
      Oona

      Löschen
  2. Liebe Oona, ich finde nicht, dass man den Text falsch verstehen kann.

    Ich bin damals in H4 gelandet und bin jetzt 2 Jahre in Rente und die geht noch weitere 2 Jahre und jeden Tag merke ich, dass der Genesungsprozess (auch körperliche Krankheiten) nicht so läuft, wie ich es mir wünsche und die Angst ist groß, dass ein nomrmales Arbeiten nicht mehr möglich sein wird. Ich weiss nur, dass es "anders" weiter gehen muss danach und ich versuche mich weiter zu öffnen, damit mir auch dann Wege einfallen können, die ich sonst nicht sehen würde. Natürlich beschäftigt das eine - auch wenn es noch schlimmeres auf der Welt gibt. Aber davon, dass es anderen noch schlechter geht, wird es bei einem selbst ja auch nicht besser. Solange man sich in der Jammerei nicht verliert und es täglich rund geht im Kopf, ist es doch okay. Verschiedene Lebensstationen bringen nunmal verschiedene "Lernthemen" mit sich - da ändert es auch nichts daran, dass Menschen woanders viel weniger haben. Davon werden die eigenen Probleme auch nicht kleiner. Diese Vergleicherei mag ich gar nicht, jeder hat halt sein Päckchen zu tragen und ich finde, jeder darf sich auch mal beschweren oder seine Befürchtungen äussern. Das muss auch mal raus, sonst geht man ja innerlich dran kaputt.

    Und natürlich ist auch ein Leben mit H4 - wenn es nicht anders ginge - möglich. Ich habe dadurch auch gelernt, dass Konsum eigentlich für'n "Mors" ist und dass eine auch ohne viel Geld den Tag geniessen kann. Klar ist es schöner, wenn man eigenes Geld verdient, aber die Befürchtungen wegen Amt und so, die haben sich bei mir damals auch nicht bewahrheitet. Wenn die merken, Du willst auch arbeiten, dann sind die oft umgänglicher und wenn es doof kommt, gibt es auch noch Menschen, die helfen können.

    Aber soweit bist Du noch lange nicht und ich denke, dass es auch nicht soweit kommen wird. Aber die Befürchtungen hatte ich auch alle und kann das gut verstehen, alles was ich sagen will ist - H4 ist nicht das Ende. Auch danach kann es wieder besser werden, eine Bekannte hat nach sieben Jahre H4 einen neuen Job gefunden und ist jetzt fest angestellt da. Also nix wird so heiss gegessen, wie es gekocht wird!

    Ich drücke Dir ganz feste die Daumen, dass Du eine für dich passende Arbeit findest und sich die Befürchtungen bald auflösen.

    Liebe Grüsse
    Clara

    AntwortenLöschen