Montag, 17. Oktober 2016

wehe, du gibst deinen Verstand an der Garderobe ab...

... dann bist du am Arsch, Marie. 
Nach einer langen inneren Aus*einandersetzung, habe ich am Sonntag beschlossen es mit einem leichten Anti-De*pressiva zu probieren. Am Morgen entschied ich mich erst zum Hausarzt zu gehen statt mir eine N*eurologin zu suchen. 
Natürlich war bei der Gemeinschaftspraxis heute Vormittag die Ärztin da, die ich nicht so mag. Ich habe versucht meine Überlegung und Situation klar zu formulieren. Um es abzukürzen: Sie hat mit ein Standard-Anti-De*pressiva aufgeschrieben. xy, 20 mg, morgens. Dann fing sie wieder damit an, dass sie ( also der andere Arzt und sie) ja ein Seminar sehr befürworten. Das hat sie mir schon vor zwei Jahren andrehen wollen. 
Ein Wochenende und schon ist der Schalter umgelegt. Sagte sie. Kostet 600 Euro für drei !!! Tage. Hatte ihr aber schon erzählt, dass ich ab 1.11. von niemandem mehr Geld bekomme. 
Sie eierte so ein wenig rum. Andere Patienten kämen da auch hin. Sie selbst und Herr yx (anderer Arzt der Praxis) wären auch da. "Dep*ressionen gibt es nicht wirklich."
Achwas!?! 
Sie drängte mich dort anzurufen. Wenn ich das Wochenendseminar / Training machen will - geht Mitte November los - dann könnte ich am Mittwoch vorbeikommen und den Antrag dort in ihrer Arztpraxis ausfüllen. Aber ! das Antidepressiva darf ich bis dahin nicht nehmen. Das wäre nicht gut, denn eigentlich ist dieser Kurs nur für seelisch gesunde Menschen. Sagte sie. HALLO ????
Und: "Sie müssen Ihre Eltern ja nicht pflegen. Das wissen Sie?" 
ACHWAS !
Etwas verdattert bin ich aus dem Besprechungszimmer mit einem Zettel, wo die Telefonnummer von dem Anbieter der Kurse draufstand. Da solle ich mal anrufen. Das Rezept lies ich ausdrucken und steckte es ein. Zur Apotheke werde ich damit bestimmt nicht gehen. 

Schon auf der Treppe im Haus der Gemeinschaftspraxis fing ich an mich zu ärgern. Je länger ich über dieses längere Gespräch nachdenke, desto verstimmter bin ich. 
Der Arzt dieser Praxis hat mich in diese dämmliche Reha.Klinik für De*pressionen geschickt. 27 Jahre versuche ich mir selbst zu helfen. Verschiedenen Therapien. Oft auf meine Kosten. Ich habe viel ! geschafft. 
Glaubt diese Ärztin wirklich, dass mir so ein drei Tage-Kurs hilft?? Das ist die pure Abzocke! Ich finde das unverantwortlich und ist das überhaupt korrekt, einer verzweifelten Patientin in einer schweren Lebenssituation so einen Kurs (wo die beiden Ärzte ja klar mit drin hängen) für 600 Euro zu empfehlen?? 

Auf jeden Fall ist es Zeit mir eine andere Arztpraxis zu suchen! 

Dann telefonierte ich meiner Freundin aus Bayern. Klare Ansagen von ihr. Sie kann aus verschiedenen Gründen dazu etwas sagen. Brachte mich auf eine andere Idee. 

Vorhin habe ich bei meiner Heilpraktikerin auf den AB gesprochen. Die kennt mich viele Jahre, der vertraue ich und sie ist sehr erfahren. 
Außerdem kommt es auf 2 -3 Wochen auch nicht mehr an und ich warte auf die Rückkehr meiner Therapeutin. Sie hatte mir im September geschrieben, dass ich ab 1.11. anrufen kann und wir einen Termin ausmachen. Fünf Stunden habe ich ja noch.

Kommentare:

  1. Das finde ich absolut unverschämt, Dir sowas aufdrängen zu wollen. 600 Euro :-o.

    Drücke die Daumen, dass Du mit der Heilpraktikerin einen guten Weg findest! :-)

    Viele liebe Grüße
    Britta

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  2. Das kannst Du auch hier finden, diejenigen, die einen Vorteil daraus ziehen und sowas anbieten. Schlimm und sehr unverschämt finde ich das.
    herzliche Grüsse
    Elisabeth

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  3. Hallo Oona

    Was für eine dumm-dreiste Masche, 600 Euro ist ja der Hammer! Das ist unglaublich ... Ganz sicher bringt so ein Hau-Ruck-Seminar vor allem denen was, die daran verdienen. Gut dass du einen klaren Kopf bewahren konntest! Dass du dir eine neue Praxis suchst, versteh ich.

    Bei den Medikamenten lohnt es sich, sich mit einer kompetenten Fachperson zu unterhalten, die die Wirkungen der Medikamente gut kennt und auch Erfahrungen bei ihren Patienten damit gemacht hat. So kann es auch möglich werden, dass man sich gemeinsam über die gewünschte Wirkung und die zu erwartenden Nebenwirkungen unterhalten kann -- sowie die Dosierung, das Einschleichen und das weitere Vorgehen besprochen werden kann (war zB bei mir wichtig, da ich sehr sensibel auf Medikamente reagiere). Mir bekommt zB heute eine Minimalstdosis Sert*ralin gut (12,5 mg), es ist ein Viertel einer Minimaldosis, vorher nahm ich 25mg. Manche Ärzte würden sagen, dass das nichts mehr bringt. Ich sage: Doch, mir schon!

    Das Medi hilft mir vor allem auch gegen negative Gedankenspiralen hilft. Es ist eine ganz individuelle Sache und "den Patienten" gibt es nicht. Psycho*pharmaka haben meines persönlichen Erachtens nach auch einen so schlechten Ruf, weil die Dosierung zu pauschal betrieben wird und manche Menschen wirklich stumpf davon werden, weil die Anzahl der Medikamente, das Medikament oder die Dosis nicht passt. Das ist meine persönliche Meinung.

    Lieber Gruss und lass dich von den Fach*idioten bloss nicht entmutigen :) es gibt auch ganz gute Leute da draussen. Deine Heilpraktikerin scheint eine von den Guten zu sein.

    Anne

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  4. hallo oona-bloggerin,
    die manchmal lange Suche nach einer Therapie (i.d.F. Langzeit evtl. gekoppelt mit Pharmaka) bzw. einer begnadet ausgebildeteten, begabten TherapeutIn inklusive Wartezeiten kann eine große Hürde/Hemmnis sein + ist aber eine lohnende + wertige Mühe.

    Zur Überbrückung gibt es gute kurzfristige Alternativen z.B. hochdosiertes Johanniskraut - rezeptfrei (nicht ganz billig).
    Alles Gute
    Ahoi tara

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  5. Liebe Oona, das klingt ja schon schwer unseriös und ich bin mir nicht sicher, ob die Ärztekammer sich über solche Schäfchen freut, wenn sie davon erfahren sollte ;-)

    Wie gut, dass Du bei Dir bleibst und Dir nichts aufschwatzen lässt. Ich hatte mal einen Arzt, der liess meine schwere Bronchitis unbehandelt, weil ich 10 kg Übergewicht hatte und seiner Ansicht nach nur noch "strikte Diät und Vitaminpräparate" helfen würden - für viel Geld sollte ich ihm Formuladiäten und Vitaminpillen abkaufen. Am Ende lag ich mit beginnender Lungenentzündung flach und musste zu einem anderen Arzt, der sich furchtbar über seinen "bescheuerten Kollegen" aufregte.

    Antidpressiva sollte man immer - in meinen Augen - vom Psychiater verschreiben lassen.

    Ich hoffe, Du bekommst schnell die Hilfe, die Du benötigst.

    Liebe Grüsse
    Clara

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  6. Hui Oona,
    "Depressionen gibt es nicht wirklich" hört sich nach der Organisation an, die Dir nach gelungener Heilung/Traumatisierung/Einschüchterung noch den Anschlusskurs zur Finanzierung des Vorkurses anbietet. Da wäre ein Gespräch mit dem medizinischen Dienst sehr nützlich, Arztwechsel sowieso. Ich drück die Daumen, denn ich hasse Arztwechsel!
    Ich finde auch, dass nicht der Hausarzt derart weit eingreifende Medikamente verschreiben sollte, zumal bei optimaler Wirkung viel Feintuning erforderlich ist.
    Mein Mann hätte im Burnout einen Serotoninwiederaufnahmehemmer vom Therapeuten und Arzt verschrieben bekommen, aber er hat sich aus verschiedenen Gründen dagegen entschieden. Ein Grund war der Therapeut, mit dem er nicht mehr arbeiten wollte (voll gestrig, offener Therapie Arbeitsfeld etc inkludierend nicht aufgeschlossen - der wollte keine Patienten, der wollte Abhängige ), die Option, das Med mindestens 1 Jahr zu nehmen, und das Verbot, schwere Maschinen zu bedienen ;-)
    Es gibt aber Leute, die gut fein eingestellt wirklich davon provitieren.
    Momentan nimmt er L- Tryptophan, das dämpft zusammen mit verschiedenen anderen Sachen die Tiefen ab.
    Ich persöhnlich (Morbus Crohn, auch nicht immer auf der hellen Seite) dampfe CBD. Das wirkt zum einen krampflösend, schmerzlindernd und streßlösend auf mich. Nicht im Sinn von Rausch oder müde, eher so, dass bei regelmäßigem sehr geringem Gebrauch die Panik/Angst/tieferen Nichtswünsche nicht ganz so tief gehen. Höher dosiert ginge natürlich auch, gibt es auch als Öl, aber ich umgehe da meinen Verdauungstrakt, praktischer für mich.
    Beide oben genannten auch in D legal, rauschfrei, aber was für den einen funktioniert, tut für den anderen vielleicht gar nichts. Da ist noch ein weites Feld zu erkunden. Und die Kostenübernahme von der Kasse kannst Du auch knicken.
    Gute Besserung, Katja

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  7. @ ALL:

    Ich fahre heute (18.10.) früh zu meinen Eltern. Keine Ahnung wann ich heute - und wie ich seelisch drauf- zurückkomme
    Somit kann ich auf eure vielen, lieben und hilfreichen Kommentare nicht einzeln antworten.
    Bei jedem einzelnen Kommentar war/bin ich berührt. Es ist sooo gut zu wissen, dass ich nicht allein bin und meine Wahrnehmungen einigermaßen richtig. Danke, dass ihr mir geschrieben habt mit euren ganz persönlichen Erfahrungen und Gedanken.

    Ganz liebe Grüße an jede einzelne von euch!! Und ich danke auch der Schreiberin "aus den Bergen", die mir über "Privat" geschrieben hat.

    Ich muss los...
    Oona

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