Dienstag, 13. September 2016

gelungener Ab*schied

Am letzten Tag kam ich ein paar Minuten zu spät, weil beim Bäcker eine kleine Einkaufsschlange vor dem Tresen stand. Ich habe frischen Zwetschenkuchen gekauft. Mit und ohne Streusel. Dazu einen Marzipanstreifen. Um einen Kuchen am Montagabend selbst zu backen war es einfach viel zu heiß. 
Der Tag schunkelte so Stunde für Stunde dahin. Und wie jeden Tag kam die Arbeit mit nur wenigen Pausen durch die Eingangstür. 


Heute war auch die Chefin "von´s Ganzen" da, die eher sporadisch in ihrem Büro ist. Das sie heute an meinem letzten Tag extra gekommen ist, dass fand ich gut. 
In der Mittagspause kam der Kuchen auf den Tisch im Be*sprechungsraum und ich bekam eine kleine, selbstgebastelte Geschenk-Box mit einem Roman drin und einem hochwertigen Schreibheft, Lindt-Schokolade und Marzipantee. Eine maritime Karten mit schönem Text und den Unterschriften meiner Kolleginnen. Darüber habe mich sehr gefreut. Von Herzen. Es war eine angenehme Mittagspause.


Irgendwann war der Arbeitstag vorbei. Rechtzeitig habe ich die Arbeit ausklingen lassen. Ich habe meinen Arbeitsplatz aufgeräumt und ohne "Erbe" hinterlassen. Ein harmonsiches Ende. 



Als ich um 16.55 Uhr die Geschäftsstelle verließ, schlug mir sofort heftig die Hitze des Tages entgegen. Langsam lief ich den bekannten Weg zur Haltestelle. Und ich spürte nach. Seltsames Gefühl in mir. "Bobachten, Frau Oona. Mehr ist nicht nötig." 
Es ist gut, dass ich vor vielen Jahren diese "Drama*Queen" in mir in die Wüste geschickt habe. Manchmal ist es unheimlich und ich spüre sie von Ferne angerannt kommen. Dann ändere ich den inneren Kurs, denn die Deern hat mir noch nie geholfen oder mir gut getan. 
Es ist, wie es ist. Alles hat Vor- und Nachteile. Manches ist Verlust und anderes eben Neuanfang. 
Durchatmen und Tee trinken.


Ich weiß, dass ich irgendwie die Situation nicht "richtig" erfasse. Nach ein paar Tagen wird es wohl spürbarer, was meine drei Kolleginnen ab morgen sofort spüren. Frau Oona ... und ihre Arbeitskraft fehlt. Mir werden die Gespräche, das Lachen und die Struktur fehlen.

Zuhause angekommen habe ich gleich meinen Vater angerufen. Weitere Untersuchungen stehen in 14 Tagen an. Abwarten.

Meine Schwester berichtete mir gegen 19.30 Uhr von einem weiteren wichtigen Ereignis in ihrer Familie. Es bewegt sich vieles nach gefühlten Jahren des Stillstands und der Unentschlossenheit. Ja. Die Kinder werden groß und gehen ihrer Wege.

Ab und an denke ich jetzt an Ina. Es ist schade, dass ich Donnerstag nicht zu meiner Schwester fahren kann und somit nicht zu Inas Grab.

... und nun habe ich Urlaub... das kann ich auch noch gar nicht begreifen... 

Ich habe ihn geschafft. Diesen 13. September 2016.

*

Kommentare:

  1. Du hast es geschafft!!! Du bist jetzt "Freifrau" ;-)))).

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  2. Du hast es geschafft :) Wie lieb von den Kolleginnen Dir etwas zu schenken.
    Genieße die freie Zeit.
    Liebe Grüße,
    Sandra

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  3. Das hast Du so wunderbar beschrieben - und gut hinter Dich gebracht. Sei stolz auf Dich und zufrieden mit Dir. Eine Tür geht zu - und eine andere öffnet sich!

    Liebe Grüße Luitgard

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