Donnerstag, 1. September 2016

anfliegende P*anik

Ein unschöner Tag auf der Arbeit. Alles lief irgendwie unrund und ich kam erst gegen 15 Uhr zur Pause. Ja. Ich bin trotzdem noch raus gegangen. Eine Stunde. Und es ist "falsch", dass ich mich deswegen etwas ungut fühle. Mir steht die Pause zu. 
Ständig geht die Tür... alles ist wuselig. Wie jeden Monat jetzt also die L*ohnabrechnung. 

Meine Laune ist nicht gut... im Grunde bin ich arg verstimmt und ich bin ungehalten. Das ist natürlich zu spüren. Das ist nicht gut. Als ich am Abend pünktlich ging, saßen die zwei KollegInnen im Kreis bei der C*hefin und als ich draußen mein Fahrrad aufschloß, wurde das Fenster von dem Raum, wo die Kolleginnen saßen, vor meiner Nase geschlossen. Das fühlte sich ganz ganz schlimm an. 
Im Inneren schallte es: "Und du bist raus." 
Natürlich geht das Leben dort weiter. Natürlich werde ich vieles nicht mehr eingebunden. Mein Verstand weiß das. Aber meine Seele leidet.
Schon nach wenigen Metern auf dem Rad wurde mir klar, dass ich voll ge*triggert bin. Sehr sehr altes "T*rauma". Dementsprechend ist in mir das Gefühlschoas am Toben. Und plötzlich bekomme ich das Gefühl von Panik. Auf dem Rad mitten auf der Straße bin ich mindestens eine Minute im "Blindflug" gefahren. Als ich wieder "wach" wurde, fuhr ich gerade auf eine große Kreuzung zu. In meinem Kopf flogen die Worte in heftigen Schlägen. "Bleib wach. Oona! Paß auf!" 
Leider bin ich nicht auf die Idee gekommen sofort abzusteigen. Das mich das kurzfristig dermaßen aus dem System haut, dass erschrickt mich zutiefst. 

Jetzt schreibe ich sofort, damit das irgendwie "sichtbar" wird. Ich kann das Gefühl nicht beschreiben... und den Auslöser könnte ich beschreiben, aber das würde kaum jemand verstehen. 

Und: Warum sollte ich nicht müde sein und auf diese Arbeit "auf einmal" keine Lust mehr haben? Ich habe den Job losgelassen, weil ich genau das, was mich seit Freitag vorne im "E*mpfang" überrollt, eben nicht ertragen kann. 
Die Stimmung ändert sich. Ganz fein. Vielleicht nur für mich spürbar? 
Ich hätte dieses und jenes nicht sagen oder nicht machen dürfen. Denke ich. Oona, die es immer allen recht machen möchte. Die niemals Fehler machen darf, weil sie das das Leben kosten könnte. Oona, die eben nur perfekt und immer "richtig" akzeptiert wird. Von geliebt werden will ich mal gar nicht sprechen. 

Am Ende vermassel ich alles. Habe ich das Gefühl.

Ich bin in solchen Momenten verzweifelt. Völlig absurd. Und fern jeglischer Realität. Mein Körper ist sehr real. Ein einziger Schmerz. Festgezurrt in Ängsten, Trauer, Schmerz und Wut.

Acht Tage noch und gerade scheint mir jeder Tag wie ein sinnloser Bergaufstieg. Ich habe den ganzen Tag kaum etwas gegessen, bin völlig übermüdet und kann diese Schwingungen und seltsamen Verhaltesweise anderer nicht aushalten. 
Nicht den Lärm überall, dem eine scheinbar nie entkommen kann. Nicht den Gerüchen und nicht der elendigen Wärme.

Alles scheint falsch... 
Ich muss mich beruhigen!   Jetzt!

Kommentare:

  1. Liebe Oona,
    ich schicke dir ganz viel Mitgefühl.Sei sanft und liebevoll mit dir.
    An dir ist nichts verkehrt.
    Sei lieb gegrüßt
    von Doro

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  2. Und warum tust du dir das an? Geh zum Arzt, lass dich krank schreiben.
    Keiner wird sich bei dir bedanken, wenn du etwas tust, was du so ganz und gar nicht möchtest.

    LG
    Heide

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    1. Hm... irgendwie ist das für mich keine Lösung und ich will mit Würde da rausgehen, wo es bei der letzten Arbeit zwar gut, aber ohne Abschluß war.
      Aber Du hast Recht. Danken tut mir das niemand.

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  3. atmen, atmen, atmen, oona, bewußt und tief ein und ausatmen, und warten bis die hohe welle ausrollt, irgendwann gehts wieder runter, das kopfkino versuchen zu stoppen, atmen und immer wieder bewußt ein und aus, ....es geht vorbei....ich verstehe dich gut emma

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    1. ich atme... Es gut zu lesen, dass mich Menschen verstehen.
      Danke für Deinen Kommentar!

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  4. Wenn du richtig "weg" bist, wird es vorbei sein.
    Das sind nun mal die "Nebenwirkungen" deiner Entscheidung.
    Bald bist du ja ganz frei...von diesem Arbeitsplatz.
    Das wird schon wieder.

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