Samstag, 2. Juli 2016

raus damit

oder anders geschrieben: ich habe heute angefangen - in den wenigen Stunden, wo ich nicht geschlafen habe - zumindest mein Smartphone und meinen Laptop von Dingen, Bildern oder meinen Blick in "fremde Leben" zu löschen. Ein paar Handynummer wurden gelöscht, weil die Kontakte heute  nicht mehr wichtig sind.
Bei F*lickr. und Inst*agram all die Seiten rausgeschmissen, die mit meinem Leben und meiner Realität gar nichts zu tun haben. Weg mit den Blogs, die so die heile Welt "zeigen", dass es einer nach kurzer Zeit unheimlich wird oder den "schmerzenden" Wunsch auslösen - bewußt und unbewußt - dass mein Leben anders sein soll. Das Denken immer wieder aufflammt, dass mein Leben falsch ist und leer.
Das bewußte und unbewußte Vergleichen macht den Schmerz. erzeugt u.a. die Unzufriedenheit in mir. Statt mich auf mich zu konzentrieren und mich weiter so anzunehmen wie ich nun einmal bin. Wie mein Leben zurzeit ist. Ohne Vergangenheit und ohne Zukunft. Hier und Jetzt.

Wenn ich denke, ich gestalte meine Küche nun in dem oder jene englischen Landhausstil... und den Gedanken dann endlich einmal weiterführe, dann frag ich mich: Wozu? 

Ich mag meine Küche, die gelbe Wand, das bunte Geschirr und das es aussieht, wie es aussieht.

Gerade gestern kaufte ich noch eine Zeitschrift, die ich schon mag. Als ich sie jedoch am Morgen durchblätterte (lesen war auf Grund von Schmerzen nicht möglich), sah ich vor allem viele Leben, die nichts mit meinem Leben und mit meinem SEIN zu tun haben, aber das piksende, frustrierende Gefühl auslösen, dass in meinem Leben alles falsch gelaufen/gewesen ist und so vieles anders werden muss/soll. Und ich dafür schlicht gar nicht mehr soviel Zeit habe.

Und nur mal so am Rande: nichts ist für ewig. Da rennste Dir ´nen Wolf nach Möbeln, Häusern, Kindern, den Lebenspartner/der Lebenspartnerin, der perfekten Arbeit und so, aber am Ende hat das letzte Hemd halt keine Taschen. Was eine "mitnehmen" kann, wohin auch immer, ist die Liebe. Zu sich selbst, den nahen Menschen (sofern man dies erleben konnte) und zu der Natur. Mein Unvermögen, den Sinn in allem zu sehen, ist nicht hilfreich dafür, mich auf etwas einzulassen oder etwas gezielt zu verfolgen.

Wo war ich? Richtig. 

Spielfilme, Doku´s oder Berichte mit der heilen Welt... wenn sie mich erheitern, positiv berühren: wunderbar. Wenn sie traurige oder ungute Gefühle auslösen: vermeidbar. Allenfalls einmal am Tag kann ich Nachrichten hören. Die Menschheit tut alles dafür sich und diese wunderbare, einzigartige Welt zu zerstören. Ändern kann ich nichts. Muss ich mir nicht ansehen und auch nicht anhören.
Gestern habe ich seit langem ein Restaurant besucht. Der Lärm, die Musik, das sich Anschreien und dieses Zuballern aller meiner Sinne... das ist nichts für mich. Ich habe daran keine Freude. Und das ist in Ordnung.

"Hätte, Wenn und Aber, alles nur Gelaber." sagte manchmal eine frühere Freundin. Das stimmt.
Tatsächlich habe ich das Gefühl, dass ich vor einem 3/4 Jahr sehr vieles "abschließen" und "loslassen" konnte. Ich gefühlt eine zeitlang auf eine Art "inneren Anschlag" hinstrebte. Dann habe ich durch die Situation mit meinen Eltern und dem wieder "zur Arbeit gehen" damit aufgehört. 

Nun nehme ich den Faden wieder auf...

In den vielen Stunde heute im Bett, konnte ich nicht viel nachdenken, denn die meiste Zeit bin ich in tiefen Schlaf gesunken. Doch immer wenn ich wach war, bewegten sich in mir die Gedanken von "Frieden finden", "Aufgabe des Widerstandes" und "das Annehmen von dem was ist... ganz und bedingunglos".
Bei Letzterem konnte ich oft den Widerstand spüren. Aha... denke ich. Doch lieber weiter warten und kämpfen und ablehnen und im schlimmsten Fall weiter leiden.
Dabei sind die Dinge, das Leben, mein Aussehen oder meine Lebensumstände so wie sie nun einmal sind. Hätten nicht anders sein können. Sind auch rückwirkend nicht zu ändern. Das "Jetzt" ist nicht der schlechteste Zustand in meinem Leben. Und ich habe in vielem eine Wahl oder die Möglichkeit der Veränderung... und sei es meine innere Einstellung. Zu mir und zu meinem Leben.
Also warum nicht endlich annehmen was ist, denn was ich mir am meisten wünsche - neben Gesundheit - ist, dass in mir innerer Frieden und tiefe, gesunde Entspanntheit ist.

Ein Schritt in die richtige Richtung ist meinem Gefühl nach, die Entscheidung weiter alles aus meinem Leben zu schmeissen, was nicht meins ist und das ich für mein persönliches "zufrieden sein" nicht benötige.


Wenn ich "angekommen" bin am tiefsten Punkt, kann ich nachspüren, mit was ich beginnen will. 
Das mag nun verstehen welche es will. Hauptsache für mich macht es einen Sinn. Meinem inneren Streben endlich richtig zu folgen.  
 

Kommentare:

  1. Liebe Oona,
    Ausmisten ist ein guter Anfang!
    Entspanne Dich bitte!
    Liebe Grüße!

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  2. Liebe Oona,
    ich habe gerade gestern daran gedacht, wieviele Jahre ich damit verbrachte ein Leben wie Freundinnen zu führen. So wie ich lebte, war nicht in Ordnung. Ich muss jenes tun, ich soll das machen, nein, gehe mehr fort,.... jetzt sag ich, mir passt es so wie ich lebe. Die Feundinnen von damals, man hat sich auseinandergelebt.
    Und wenn einen die Leute hinter ihre Fasade blicken lassen würden, dann würde man auch die tiefen Abgründe zu sehen bekommen.
    Und die bleiben oft ein ganzes Leben lang, die Leichen im Keller.
    So wie eine ist, ist sie in Ordnung.
    Und diese doofen Auseinandersetzungen mit sich selbst, mit anderen,... es hört nicht wirklich auf. Ich denke an Luisa, die mit den Borrelien leben muss und auch oft schlechte Tage und Zeiten hat, auch wenn sie in ihrem Paradies ist. Sie ist wenigstens offen und ehrlich, wie es ihr geht.

    Ich wünsche dir einen guten Tag
    Ganga

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