Sonntag, 8. Mai 2016

vorübergehende Trennung

Zum Thema den Kontakt mit sich selbst zu verlieren. Obwohl ich nun 40 Stunden die Woche arbeite, hänge ich die restliche Zeit vor der Glotze. S*uchtverschiebung. Wie schon geschrieben. 
Deswegen werden morgen das Antennen-Kabel sowie der DVD-Player und ich uns voneinnader trennen. Beides geht in die quasi "in die Ferien" zu meiner Freundin B.K., die diese spontanen Besuch von Kabel und Player schon kennt. Nicht unbedingt versteht, aber da sie wenig zu Hause ist, stört es sie nicht wenn im Gästezimmer zwei Besucher einstauben. 
Ganz so drastisch wie mein Cousin L. bin ich nicht, welcher vor vielen Jahren vor lauter Frust über die Zeit, die er vor dem Fernseher verbringt, einfach das Kabel am Fernseher abgeschnitten hat. So hat man es mir erzählt. Ich war auch kurz davor was in diese Flimmerkiste zu werfen. Aber die Folgekosten...

Die Frage ist: Was zerrt so an mir, dass ich mich "betäuben" muss. Ob nun mit Zucker oder Glotze. Im Grunde meines Herzens weiß ich, was mich so auffühlt. Damit wird es wahrlich nicht einfacher. Ob es eine gute Idee ist sich von den "Abdämpfern" zu trennen?

Wenn ich ein Teil meines Lebens zurück will, dann scheint mir das der einzige Weg. Es gibt noch zig andere Dinge, um mich zu beruhigen oder mich überhaupt mal zu beschäftigen. Walken. Schreiben. Rückenübungen. Reiki schicken. Freundinnen treffen!!! oder zumindest mit ihnen telefonieren. Die Butze putzen. Den Keller entmüllen und alten Sommerkleidung entsorgen, die ich schon immer Schiete fand. Die Wohnung renovieren. Eine neue Wohnung suchen. Meine gestern erneut abgeflogene Krone zur Zahnärztin tragen, fotografieren, Essen kochen - endlich nach Wochen etwas Vernünftiges essen, ´ne Magenspiegelung machen lassen - ob ich nicht doch ein Magengeschwür oder Magenkrebs habe, denn ich habe ständig schlimme Magenschmerzen, DVD und CD´s raushauen, Bücher verschenken, ´nen Kleiderschrank suchen und kaufen und füllen, mehr trinken oder die Küche neu einrichten. Maniküre und auch die Füsse fein machen, massenhaft neue Schuhe finden für den scheiß Sommer, mehr schlafen, Foto-Ausstellungen anschauen oder ans Meer fahren. Ja. Das wäre genial. Hm... dänisch lernen. Den Kopf aus der Betäubung bekommen. 10 Kilo abnehmen. Meine S*eelenbegleiterin anrufen, um die letzten fünf Termine festzulegen. 
Und ich könnte anders versuchen zu vergessen, wie krank und alt meine Eltern sind und das ich kein Leben habe. 

So. Unreflektiert und ohne erneutes Lesen .... veröffentlicht.

Kommentare:

  1. Genau! Hau's raus!

    Und zum Übrigen: Das Problem mit dem Betäuben, auf welche Weise auch immer, kenne ich bei mir aus der Übrrforderung, die das Treffen von Entscheidungen mitunter verursacht. Irationales Gedankenkreisen zehrt sehr viel Energie - die lähmt und zwingt mich dann zu Zerstreuung. Vielleicht findest Du in dieser Darstellung etwas für Dich / von Dir? Wenn's frommt, freut's mich jedenfalls.

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    1. Das mit der Überforderung stimmt.
      Da kann ich mich wiederfinden.
      LG Oona

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  2. Donnerwetter, was für ein Schritt !
    Ich bewundere dich sehr.
    Mein Mann würde mich killen, sollt ich mich anschließen.
    Gottseidank habe ich ein Werkelzimmer, in das ich mich zurück ziehen kann .
    Allerdings steht da nun mein Laptop und mit dem verbringe ich halt auch sehr viel Zeit.
    Auch eine Flucht aus dem realen Leben.
    Aber das kann un will ich nicht abstellen.
    Aber mehr in der Realität verbringe, das muss und will ich auch, ich arbeite daran.
    Aber es ist nicht so einfach wie es sich schreibt.
    Viel Glück in deinem neuen Leben.
    Liebe Grüße

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    1. Ist ja nur vorübergehend.
      Ich hoffe, dass es Dir gut geht!
      LG
      Oona

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  3. Das ist gut, dass Du's einfach aufschreibst. Doch, Du hast ein Leben, es wirkt auf mich sehr anstrengend und ich selber würde wahrscheinlich schnell Termine ausmachen ... Seelenbegleitung tut gut!
    ich drück Dich aus der Ferne
    liebe Grüsse
    Elisabeth

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