Freitag, 27. Mai 2016

Ob aufschreiben hilft?

Das Mars-Eis, welches ich um 17.30 Uhr an der Tanke käuflich erworben habe, hat jedenfalls nicht geholfen. Hm... ich kann natürlich keine Fakten, Namen oder so nennen, deswegen ist der Text evtl. etwas kryptisch. 
Also. 
Das ist nun meine sechste Woche in der Firma. Bisher kam es an meinem Schreibtisch im "E*mpfangsbereich" ca. 4 - 5 Mal dazu, dass junge Menschen, welche eine U*niversität besuchen, mir gegenüber aggressiv und heute auch beleidigend waren. Die mit verschiedenen Dingen der Firma nicht einverstanden sind. Mal liegt der Grund darin, dass sie nicht die Tragweite IHRER Entscheidung erkannt haben und nun einen Schuldigen suchen. Manchmal gibt es einen verständlichen Grund der Verärgerung. Manchmal liegt der Fehler auch bei der Firma. 

Ich bin immer ! in vielfältigen Arbeiten und Bereichen tätig. Sehr konzentriert. Dann kommt jemand in meinen Raum und an meinen Schreibtisch (an dem ich leider seitlich sitze und nicht dahinter und somit stehen/sitzen diese Menschen sehr nahe an mir) und nach wenigen Worten schütten die dann ihre Aggressionen über mich aus. Ich bin darauf nicht vorbereitet. 
In mir ist blitzschnell eine massive Schwingung von Zittern, Herzrasen und ... ich weiß gar nicht so schnell, wie ich reagieren soll. Wenig hilfreich ist es, dass auch keine Hilfe von den Kolleginnen naht, weil das ja ein kleiner Teil meines Job ist. Empfangen / abfangen. 
Ich habe mir nicht vorstellen können, dass es so ätzend ist. 
Heute hat mich dann eine Frau kurz vor Feierabend so ... ärgerlich war, dass die meine Lage bemerkt hat. Nach einer Beleidung habe ich auf "hart, klar und abweisend" umstellen können.   
Das hat sie dann auch bemerkt. 
Dazu fehlt mir einfach Wissen. Um korrekte Antworten zu geben - die man erwarten kann - oder ich Aussagen nicht verstehe, weil ich lange lange noch nicht im Thema bin. 
Schwer zu unterscheiden so schnell, ist das nur deren Unvermögen, "unsere" Schuld, ein Missverständnis? 
Warum ich das aufschreibe. Mir geht es jetzt noch nicht wieder "gut". Meine Aggressionen - wogegen und warum auch immer - stecken im Körper. Spürbar. Für Rad fahren oder walken bin ich viel zu erschöpft und durch die Schiete Mensis bin ich seit gestern geschwächt. Schmerzen und tüddelig. Eben wie alle vier Wochen. 

Jetzt werde ich ´ne Runde den Wutball an die Wand donnern und heftig ausatmen. 

Grundsätzlich muss ich mir etwas einfallen lassen. Finde ich keine Lösung, muss ich mir überlegen den Job aufzugeben. 
Irgendwann sagte meine A*nalytikerin zu mir, dass jeder Mensch eine Grundaggression braucht, um durch das Leben zu kommen. Also im Sinne, dass man für sich einsteht und klar Grenzen setzt. Das geht in verschiedenen Lebenslagen, Bereichen und Situationen eben nicht ohne. Das habe ich verstanden und daran scheitere ich. 
Sonst hätte ich z.B. den doofen Nachbarn Anfang April zu Rede gestellt. Würde ich einklagen, dass ich für einen Hausmeister zahle, der nichts macht. 

Würde klar sagen was nicht geht. Überall so in meinem Leben. Weil es  oder jemand weit in meinen "Tanzbereich" ragt. 
Und das tut / tun im Grunde vieles / viele. 

Ich fürchte die Konsequenzen, die ich nach der Wut und der Verärgerung - wenn die Energie verflogen ist - meine nicht aushalten zu können / nicht zu ertragen. Wo ist die Grenze zwischen hinnehmen, tolerieren, deutlich abgrenzen, massiv raushauen? Was macht Sinn und was schadet mir tatsächlich? 

Seuftz. Es sind auf der Arbeit bisher 3 - 4 Leute gewesen, die bei mir sich ausgekotzt haben. Andere sind maulig oder sauer. Nervig. Damit kann ich leben. Aber wenn ich gefühlt angegriffen werde und ich dann nicht reagieren kann, weil ich aus kindlicher Erfahrung - und Jahren bei der alten Firma - zu "Erstarrung" neige und in Handlungsunfähigkeit falle, dann muss ich mir eingeprägte, selbstständig "anspringende" Verhaltensmuster zulegen. 

Früher - als ich vier Jahre in einer Schalterhalle gearbeitet habe (und das würde ich nie !! wieder machen), habe ich mir angewöhnt bei Kr*awall-Menschen umgehend aufzustehen. Das muss ich mir wieder angewöhnen. Es ist ja nicht so, dass ich nicht Wut und Aggressionen = Energie wie ein Atomkraftwerk in mir trage. Immer schön runtergedrückt.
Natürlich weiß ich, dass Aggressionen eben diese Engerie anzieht. Das glaube und das weiß ich. Doch ich bin auf der Arbeit nicht in dieser Energie. Noch (!) versuche ich jeden Menschen aufmerksam anzunehmen und die bestmögliche Lösung zu finden. In Ruhe. Auch wenn es unangenehme Gespräche sind. 

Und es ist schon interessant, dass heute irgendjemand hier im Wohnhaus seit einer Stunde gefühlt rumrandaliert. 
Ich versuche das einfach zu ignorieren.... seuftz... 

Als mich dann die Kolleginnen fragten (als die Frau das Haus nach 15 Minuten verlassen hatte), wie das Gespräch gelaufen war. Ich sagte, dass ich dazu nicht viel sagen möchte. Das die junge Frau beleidigend und aggressiv war. Und das mich so ein Verhalten weiterhin überrumpelt. 
"Aber... " sagte ich ruhig, erhob knallhart meine eiskalte Stimme "ich kann auch anders!" 
Beide Kolleginnen zuckten zusammen und schauten mich an. 
"So ist es!" sagte ich. 

P.S. 
Ich lese diesen Text nicht noch einmal durch. 
So fühle und so meine ich das.

Ein schönes Wochenende euch.  

A*HOI 

Kommentare:

  1. Das klingt doch schon ganz gut. Da, wo Du Dich aus mangelnder Abgrenzung hilflos fühlst, kannst Du an Deiner Haltung arbeiten. Dafür gibt es Fortbildungen. Würde ich Dir aus eigener Erfahrung empfehlen.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke kvinna für den Hinweis mit den Fortbildungen.
      Danach werde ich in meiner Stadt suchen.
      LG Oona

      Löschen