Dienstag, 5. April 2016

Car*Sharing

Es ist erstaunlich, wie viele Menschen heutzutage mit einem L*eihwagen unterwegs sind. Weil ein Auto häufig in der Stadt keinen Sinn macht. Oder es in der Anschaffung, der Wartung, das Benzin, die Versicherung zu teuer sind und kaum kostenfreie Parkplätze zu finden, aber eine hin und wieder einen Auto braucht. 

Nach der Pause mit C. bin ich im "Viertel" zu einem Büro einer Car*sharing Firma gelaufen. Seit 25 Jahren kann eine bei C*ambio ein Auto für kurze oder lange Strecken mieten. Für mich ist der Hauptgrund, dass ich tatsächlich rund um die Uhr ganz kurzfristig ein Auto buchen könnte, wenn ich es bräuchte. Um schnell und flexibel zu meinen Eltern zu kommen. Aber auch eine Fahrt nach Worpswede oder in einen Baumarkt ist damit möglich. Um ans Meer zu fahren ist es vielleicht zu teuer.
Frühere Freunde von mir nutzen C*ambio seit zig Jahren und sind damit sehr zufrieden. Sie fahren sogar mit einem Leihwagen in den Urlaub ins Ausland. 

In der Nähe meines Wohnortes sind allein schon drei C*ambio-Stationen. Mit dem Fahrrad keine fünf Minuten entfernt. 
Weil ich ein Jahresabo der Verkehrsbetriebe meiner Stadt habe, fällt die Aufnahmegebühr weg. Von den 50 Euro, welche mir meine Eltern letzten Sonntag schenkten, habe ich das Sicherheitspaket für ein Jahr bezahlt. Nun kostet mich die Mitgliedschaft im Monat 10 Euro. Drei Cappuccino weniger im Monat und ich habe das wieder drin. *lach* 

Eine Fahrt mit dem Auto zu meinen Eltern und zurück würde lt. dem Rechner auf der Webseite von C*ambio ca. 37 Euro kosten. Also für sieben Stunden Auto und 120 km/Spirt.
Natürlich fahre ich weiterhin - wenn möglich - mit dem Zug. Das kostet mich am Sonn- und Feiertagen nichts extra, weil ich das Jahresabo habe. In der Woche bezahle ich 9.50 Euro kompletti. Bin aber auch - wenn es schlecht läuft - ca. vier Stunden mit den Straßenbahn, der Bahn und dann mit dem Bus unterwegs. Mit dem Auto würde ich ca. drei Stunden hin - und zurück unterwegs sein. 

Mittags hatte ich beim Anmelden meinen Führerschein vergessen. Heute war einer von drei Info-Abenden in der Woche. Glück! Um 18 Uhr war ich also erneut in der Geschäftsstelle. Allein heute waren neun Menschen da, die sich gerade angemeldet haben bzw. sich an dem Abend anmeldeten. Das ist fast an jedem Info-Abend so, erzählte die Frau, welchen den Vortrag hielt. Vor Kurzem kamen 23 Leute an einem Abend!! 


Jetzt werde ich mir die Kleidung rauslegen, die ich morgen Vormittag zu meinem Vor*stellungsgespräch anziehen möchte. Es ist um 10.30 Uhr in der Innenstadt. Danach treffe ich mich zum Glück mit C. zur Pause.

Meine Schwester fährt morgen noch einmal zu den Eltern. Ins KHS zur Mutter und zu unserem Vater zu Haus. Essen kochen. Eben das Nötigste. Deswegen kann ich morgen zu Hause bleiben und etwas Kraft schöpfen. Do., Sa. und So. decke ich ab so gut ich kann. Aber ich werde die Zeit kürzen. Ich brauche mehr Zeit für mich, damit ich durchhalte. 
Sollte meine Mutter weiter im KHS bleiben - was wir hoffen - dann wird es hart in der nächsten Woche. Wir sind am Limit. Alle. 
Meine Schwester kann GAR NICHT sieben Tage lang. 
Obwohl sich ja jeden Augenblick alles ändern kann, versuche ich so gut es geht eines nach dem anderen zu machen. 
Schritt für Schritt. Einatmen. 
Ausatmen.

Kommentare:

  1. Ich denke auch, dass du deine Kraft, Zeit, Energie
    gerade gut für dich selbst einsetzen solltest!
    Auch ich kenne Zeiten, in denen ich Dinge (auch wenns mit menschen zu tun hat)
    reduziere. Eigenschutz.
    Kann man gar nicht mit deinem Vater reden?
    Sieh er nur noch sich selbst?

    Das mit Car-Sharing ist in einer Stadt bestimmt genial!

    Hier auf dem Land wäre das noch umständlicher, als mit ÖV zu fahren.

    Liebe Grüße
    Einatmen. Ausatmen.
    Ich denk an Dich.

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    1. Mit meinem Vater ist zurzeit nicht gut zu reden. Er säuft ab in Schmerzen, an dem Leben im Rollstuhl seit Januar und an den Nebenwirkungen der vielen Chemotherapien.
      Wir hätten es auch gern anders.
      Wir wollen immer sein Bestes. Aber ob unser "Bestes" das ist, was sein Bestes ist?
      Atemn!
      Beste und liebe Grüße
      Oona

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  2. Toi, toi, toi für Deinen Tag! Letztlich ist Fortbewegung auch nur ein Rechenexempel, nicht? Und gibt es denn für Deine Eltern keine Pflegestufe?

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    1. Danke!
      *
      Mein Vater hat Pflegestufe 1. Es kommt morgens jemand für die Körperpflege.
      Grüße
      Oona

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  3. Ich finde das Carsharing eine gute Idee, denn es ist ja auch Lebenszeit, die Du da verplemperst.
    Wenn die Öffentlichen mehr/besser funktionieren würden - toll!
    Aber so: besser.
    Zum Rest der Lebenszeit: Kurzzeitpflege kann doch ganz kurzweilig sein.
    Wenn Deine Mum nicht mehr für Deinen Vater sorgen kann, dann muss er das irgendwann einsehen.
    Für die Bewerbungen, bei denen Du Erfolg haben möchtest, drücke ich die Daumen!
    LG, Katja

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    1. Meine Eltern haben ihre eigene Vorstellung von dem, was geht und was sie wollen bzw. was sie nicht wollen. Und das ist ja auch richtig so, denn sie sind schwerkrank, aber NICHT dement.
      Ich lerne viel zurzeit. Aber es ist anstrengend und sehr Zeit raubend.

      Danke für das Daumen drücken!
      LG
      Oona

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  4. Wenn mangelnde Einsicht mit Demenz gleichzusetzen wäre, dann wüsste ich nicht, wer es nicht hätte, gelegentlich.
    Der Punkt ist: meine Mutter sitzt jetzt dauerhaft im Rollstuhl, weil sie eben keine halbe Stunde warten wollte und gestürzt ist, als sie noch schlecht, aber immerhin, laufen konnte.
    Kurzzeitpflege/Sanis bedeuten doch keine Entmündigung. Entwürdigend ist eher, in seinem eigenem Dung zu sitzen.
    Wenn ich mir zB eine Putzfrau leisten wollte (auch eine sehr nützliche Pflegedienstleistung), würde ich das doch auch nicht als übergriffig entmündigend empfinden, denn ich kann ja entscheiden, welche Räume geputzt werden, um meine Privatsphäre zu wahren.
    Deshalb ist die eigene Vorstellung gut,aber ist sie auch nah genug an der Realität?
    Da wünsch ich Dir viel Kraft, und sorry, auch Durchsetzungsvermögen.
    LG, Katja

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