Samstag, 5. Juli 2014

an der See

Gut, dass ich am Vortag etwas B*irkenbihl bei Youdings geschaut habe und sie erklärte, was passiert, wenn unser Gehirn auf den den große Reptilienbereich im Hirn zugreift ... und wir uns nur noch zwischen Kampf und Flucht entscheiden können. Das dann sich Zeit unendlich ausdehnt. Wir also fix wo hinwollen und im Streß sind, dann meinen, dass alles nur noch im Zeitlupentempo passiert.  Wobei am Ende des Tages tatsächlich sich eine Zugfahrt erstaunlich nervig ausdehnte. 

So auch heute Morgen. Also das mit dem Reptiliengehirn. Ich schaffte die Straßenbahn nicht, die mich entspannt hätte. Die nächste Bahn kam dann bummelige zwei Minuten später und mein Herz pochte. Ich schwöre, die fuhr so langsam, dass eine sich die Haare hätte raufen und daraus hübsche Makramee-Werke entstehen lassen hätten können. Für die, die nicht mehr wissen was das ist: hier. (klickdrauf)

Ich stand zum Glück letztlich noch vier bummelige Minuten am Bahnsteig rum bevor der Zug einfuhr. Statt wie sonst etwas stur Zahlen in Quadrate zu quetschen, habe ich rausgeschaut und die Natur beim Vorbeifliegen beobachtet. Kurze (weil entspannt) 35 Minuten später stieg ich in Bremerhaven aus und es war so angenehm, dass da niemand auf mich wartete. 
Wie sich die Wahrnehmungen ändern. Vor sieben Jahren, als mein Vater seinen schweren Schlaganfall hatte und mich zwei Jahre nicht vom Bahnhof abholten konnte, da war es jedes Mal ein schmerzliches Ankommen.

Wie bestellt stand der Bus schon in den Startlöchern. Busfahren ist in Bremerhaven nur etwas für Menschen mit Nerven aus Stahlseilen. An "der großen Kirche" (also in der Innenstadt) stieg ich aus. 
Um die Fotos größer zu sehen bitte draufklicken. Danke. 

 

Typisch Bremerhaven natürlich mehr als einfallslos. Das Schöne ist und bleibt der Deich, der Himmel und das Wasser. Auf dem oberen Foto kann eine hinten links die "Große Kirche" sehen, davor die Columbus-Center (Hochhäuser) und das bauchige Etwas ist das "Klimahaus". Bisher war ich da nicht drin, weil es mich nicht interessiert. 
Davor das "Dubai-Hotel". Irgendwann fahre ich ganz rauf und schaue von der Aussichtsplattform über Bremerhaven und das Wasser weit in die Nordsee hinein. 

Durch das Columbus-Center ging ich an den Deich. Vor mir öffnete sich die Weite und das Licht. Ein tiefes, inneres Aufatmen. Es war zwar Ebbe, aber so ein büßschen Geruch von Schlick und Watt hat auch was von Heimat. Möwengeschrei. Und ein erstaunlich kühler Wind. Der machte die ansonsten stechende Sonne erträglicher. 

Warum mache ich das nicht viel öfter? An den Deich. Am Wochenende und an Feiertagen kann ich mit meiner Monatskarte der B*SAG nach Bremerhaven "kostenlos" fahren. Ich zahle dafür einen höheren Preis für die Monatskarte. Für meine Fahrten zu meiner Freundin, Schwester und meinen Eltern lohnt sich das sehr. Zudem leihe ich neuerdings einer Freundin die Karte, damit sie ihre Mutter in Bremerhaven besuchen kann. 
(Merke: Fahre an die See so oft es geht, Frau Oona! Ein Zug weiter geht es nach Cuxhaven...)

Hm... für LeserInnen, die es nicht wissen. Bremerhaven ist nicht ! der Hafen von Bremen. Diese beiden Städte (die tatsächlich beide zusammen das Bundesland "Bremen" ausmachen) liegen ca. 60 Kilometer voneinander entfernt. Die Weser, die durch Bremen fließt, ergießt sich später dann nach Bremerhaven in die Nordsee.

Von hier kommt se...   



und nach da geht se ... 



Und nein. Das da hinten links ist nicht Helgoland. Wenn das Touristen am Deich stehend auch immer wieder ihren Kinder erzählen. Ich erwähnte das hier schon einmal. Und die Vögel über dem Wasser sind keine Tauben... seuftz. 

Helgoland ist eine Hochseeinsel in der Nordsee. Mit dem Schiff fährt eine da mehrere Stunden hin. Leider bin ich nicht so seefest und war schon zwei oder drei Mal auf Helgoland. Als eine noch aus der Luke in der hohen Schiffswand von muskelbepackten See- Männern in kleine Boote geschmissen gehievt wurde, um auf die Insel überzusetzen. Obwohl... rein so für ´ne Fototour wäre es zu überlegen! Zeit habe ich ja.

In der "Strandhalle" (siehe unteres Foto) überlegte ich zu Kaffiesieren. Aber es roch im Inneren unangenehm nach Frühstück. Es lag ein riesiges Stück "Hackepeter" mit Zwiebeln im Durchgangsbereich-Buffet. Bei der Hitze! Draußen sah es langweilig aus. Nee... dann lieber nich.


Hier folgt nun gleich (von hieraus gesehen links) ein oller Leuchtturm , welcher vor dem "Zo*o am Meer" steht. Wo zurzeit noch das Eisbären-Mädchen "Lale" ihr zu Hause hat. Wenn eine sich für die Leuchttürme interessiert: ich habe einen Link oben in rot hinterlegt.


Zum ersten Mal bemerkte ich, dass dieser Deichabschnitt auch einen Namen hat. Das geht einer doch leicht aus dem Mund.



Ich ging entspannt und voller Freude den Deich immer weiter hoch in Richtung Freihafen. Der Wind wurde wuchtiger. Dazu bildeten sich Wolken am Himmel. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass waren die Vorboten vor dem Gewitter, welches zwei Stunden später über Bremerhaven nieder ging. 
Aber sind sie nicht schön? Diese Wolken. Ich liebe Wolken. Jeglicher Art.  


Natürlich sah ich auch Schiffe, Boote, Böotchen, Container-Schiffe und so. Segelschiffe kommen zur Sail 2015 nach Bremerhaven. Wirklich sehenswert die Sail. Alle fünf Jahre sind die Häfen voll mit den größten und schönsten Segelschiffen der Welt.


Wo diese riesigen Teile von was auch immer wohl hinschippern? 
Das Schiff bzw. seine Wasserverdrängung sorgte dafür, dass ich eine ordentliche Portion Wellenrauschen in mich aufnehmen konnte. 
Unten: In der Ferne ist der Freihafen zu sehen. Dichter rangezoomt kann eine auch den "Pingelturm" (siehe Link oben) eher linksmittig erkennen. Mit der grünen Spitze. Hinten seht ihr die vielen rot-weißen Krane der längsten (4.680 Meter) zusammenhängenden und seewassertiefen Kaje der Welt.


Wenn eine dann rechts eine der Treppen hoch und auf der anderen Seite den Deich wieder runter geht, und dann 15 Minuten zu Fuß immer gerade aus läuft: Da habe ich gewohnt. Vier Jahre lang. 

Vor dem Besuch im Krankenhaus habe ich mir bei einem Italiener noch einen Cappuccino gegönnt. Preis: 1,60 Euro. Erstaunlich! 


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