Donnerstag, 26. Dezember 2013

ein Besuch im M*useum

Ich war mit meiner Freundin C. in Bremerhaven. Der Zug brachte uns sicher in die Stadt mit der Mündung zur Nordsee.
Wir liefen gemütlich zum  D*eutschen A*uswandererhaus  (klick draud) (im folgenden Text AWH genannt) auch am Deich entlang. 




Interessanterweise erzählte mir mein Vater seit Jahren immer wieder alles über Bremerhaven, wenn ich mit ihm  unzählige Spaziergänge machte. Fast so als wenn die Rille bei einer LP nicht weiterspringt. Nun stellte ich fest, dass ich ihm nicht gut zuhöre. Meine Freundin C. kennt Brhv. nicht und leider konnte ich ihr nicht viel erzählen. Das fand ich schade. Nächstes Mal höre ich meinem Vater sehr genau zu.

Auf dem Weg zum AWH kamen wir an einer Möwe vorbei, die ich als Film aufnehmen musste. Sowas habe ich noch nie gesehen. 
Um das kurze Video zu sehen bitte auf rote Wort klicken.  


So schaut das Museum von außen aus.




Vor dem AWH liegen Kopfsteinpflaster mit Namen von Menschen, welche von hier in die ferne Welt zogen. 




Unsere Überlegung über die Mittagszeit ins Auswandererhaus zu gehen war sehr gut. Es war angenehm leer am Anfang und alles blieb überschaubar.
An der Kasse bekommt man einen Boardingpass mit einer iCard. Diese kann eine an verschiedene Stellen im Museum „drauflegen“ und über daneben hängenden Kopfhörer (in verschiedener Machart und passend zur Umgebung) kann eine dann entweder etwas Allgemeines zu den Auswanderungen hören oder aber über die Person, deren Pass eine hat.
Im Inneren findet eine die Situation vor dem großen Schiff (rechts) vor. So standen sie da. Die Koffer nur mit dem Allerallernötigsten gepackt. Den Inhalt von ein paar Koffern konnte eine anschauen. Original Stücke. Von Menschen aus West- und Osteuropa. 
In manchen Zeiten verstärkt j*üdische Menschen.


Ich folgte den Spuren von Johanna Ostermann, die im Jahre 1925 von Hamburg in die u*sa auswanderte und welche schon im Jahre 1934 mit 37 Jahren an einem Blinddarmdurchbruch starb. Ihre - in der neuen Heimat geborenen - vier Kinder lebten dort weiter und es gibt ein Familienbild von 2006.

 
Die Pässe gehören alle zu echten Menschen, die sich aufmachten auszuwandern. Die ihr Glück, Arbeit, genügend Wohnraum, eine Zukunft und ihre Freiheit hauptsächlich in (Süd-) Amerika, Kanada oder in Australien suchten. Insgesamt sind 7 Millionen Menschen ausgewandert über Bremerhaven in die weite Welt. Von 1830 bis 1974. 

Auf dem unteren Foto sieht eine die Möglichkeit in den Schubladen Daten und Fotos zu finden von den Menschen, die eine gerade bei ihrer Auswanderung verfolgt. Weitere Informationen sind an den "Hörstationen" zu bekommen. Die iCard angelegt und schon erzählt die Stimme von der Auswandererin (bei mir eben) Johanna Ostermann.

 So sieht ein 1 Millarde Mark -Schein aus. 



Unten der Blick von der Gangway rüber auf die Kaje. Wo die Menschen (hier Puppen) warteten, um an Bord zu gehen oder aber ihren Liebsten hinterher gewunken haben. 
Ich bin erstaunt wie gut meine kleine Kamera ohne Blitzlicht diese Bilder in der sehr dunklen Halle gemacht hat. Es war im Ansatz nicht so hell. Dazu die Geräuschkulisse vom Tonband. Es war kalt und dazu tropfte Wasser von der Hallendecke. Ja, es war ein wenig unheimlich. 
Wie gut, dass ich vor Kurzem den "Nachtbilder-Modus" in der Kamera gefunden habe.... 


Und überall standen und stapelten sich Koffer....



Hier ein Einblick in die untere "Klasse". Wenn die das überhaupt ist. Über die Kopfhörer erzählte jemand einer, wie eine sich das vorzustellen hat. Die Gerüche, üble Krankheiten, das gewaltige Meer immer zu hören, Dreck, Tiere und die Dunkelheit... Wochen- oder Monatelang.



So sah es in einem anderen Schiff aus zu anderen Zeiten...



Wenn ich mich recht erinnere ist dies die 2. Klasse. 



Um den Text zu lesen bitte auf das Foto klicken. Das müsste dann größer werden. Es ist eine Anzeige in der Zeitung 1929, wo sich Hermann Hüller und Frau von Freunden und Bekannten verabschieden, weil sie auswandern.  


Das AWH hat nicht umsonst eine Auszeichnung 2007 gewonnen. Es ist wirklich toll und informativ gemacht. Eine bekam im Ansatz eine Vorstellung davon, was das für ein sehr gefährliches und unfassbar anstrengendes Unterfangen war. 



In dem Museum kann eine in den Archiven (alle Daten, Fotos und Archive sind echt !!) nach Vorfahren suchen, welche von Brhv. gestartet sind. Viele Menschen von überall her haben so ihre Verwandten auf der Welt wiedergefunden. Das ist so spannend!

Nach dem Museums-Teil der Auswanderer gibt es seit einiger Zeit auch einen Anbau für die Einwanderer der letzten 300 Jahre. Wir waren beide an Informationen und Eindrücken zu voll, dass wir nichts mehr aufnehmen konnten.
Raus geht es natürlich durch den Shop. Tatsächlich fand ich einen Espresso mit Schokoladennote. Da suche ich ja schon lange nach. Echt jetzt :O) Am Deich entlang gingen C. und ich zügig zurück und wir schafften gerade noch auf die letzte Minute den schnellen Zug nach Bremen. 

Kommentare:

  1. Tolle Photos, vielen Dank für den interessanten Rundgang, das Museum scheint wirklich eine Reise/Besuch wert....

    Liebe Grüße♥

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  2. Wow, so schön, wenn man selber grad nicht verreisen kann. Danke für deinen spannenden Bericht. Lieben Gruss, U.

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  3. Super, das klingt spannend. Sehr schön von dir dokumentiert. Danke.

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  4. Liebe OOna,
    ein sehr inspirierender Reisetip.
    Das mit dem größer werden klappt nicht, sondern es wird extra gezeigt das Bild.
    Aber ich kanns auch so gut lesen.
    ALso, wenn ich nach Bremerhaven fahre, dann besuche ich dies Museum mal. IRRE!
    Liebe Grüße Ute

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  5. Schließe mich den anderen an: tolle Fotos und ein sehr interessanter Ausflugsbericht. Das Konzept der Geschichte einer Person zu folgen gefällt mir gut. Die ersten beiden Fotos in deinem Post finde ich besonders gelungen.
    Viele Grüße aus dem Norden, in dem der Wind heute mal pausierte.

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