Donnerstag, 8. März 2012

die Sammlerin und der Jäger, der eigentlich ein Sammler ist

Meine Freundin B. und ich kennen uns seit der dritten Klasse. Solange hat - glaube ich - nichts ihr Zimmer / ihre Wohnung / ihr Haus verlassen, was sich nicht irgendwann ohnehin von allein entmaterialisiert. Sie hortet. Alles. So ist sie, meine liebe Freundin, und ich mag das. Dinge, die einfach immer da sind und bleiben. Vertraut. Da B. über Umwegen heute wieder in dem (mittlerweile umgebauten) Haus ihrer Kindheit wohnt, ist es nach 30 Jahren immer wie ein „nach Hause kommen“, wenn ich sie auf dem Dorf unserer Kindheit besuche.

Ihr Mann J.O. ist ihr in manchem ähnlich. Auch er kann sich schlecht von Dingen trennen. „Das ist doch noch gut.“ Wie sie ist er sehr sparsam und kauft lieber in größeren Mengen. Dafür günstiger. Mein Schwager ist übrigens genauso. Sollte also einmal eine Naturkatastrophe über uns in Norddeutschland hereinbrechen: meine Freunde mit Sohn und auch meine Schwester nebst Mann und Söhnen müssten sich keine ernsthaften Sorgen machen für die ersten 8 – 20 Wochen...

Ich hingegen habe nur minimale Mengen von allem im Haus. Außer vielleicht Klopapier. Als letztens meine Mutter in meinen Kühlschrank schaute, um die Margarine zurückzustellen, da bemerkte sie: „Im Winter könntest Du den Kühlschrank im Grunde ausstellen. Das Stück Käse und die Eier kannst Du auch in einem Plastikeimer auf den Balkon stellen.“ Wo sie Recht hat, da hat sie Recht und weil ich doch sparen muss will, sollte ich darüber im nächsten Winter nachdenken.

Jedenfalls unterhielt ich mich mit B. vor ein paar Tagen am Telefon über Bettwäsche. Sie bräuchte dringend neue Bettwäsche, die kompatibel ist mit ihrer neuen Bettdecke. Die Problematik im Einzelnen zu schildern, warum B. sich in Stoff-Falten vertüddelt ist mir jetzt zu kompliziert.

Ich sagte ihr, dass es in dem bekannten schwedischen Möbelhaus ohne Ende günstige und auch nett anmutende Bettwäsche gibt. Da lachte sie. Aber ihre sind doch noch alle gut!

Letztens sagte sie zu ihrem Mann, dass sie einfach zu viel Zeug hätten und aussortieren müssten. Sie wären nun einmal beide echte Sammler. Da sagte ihr Mann zu ihr: „Nein, DU bist hier die Sammlerin.“ Ganz trocken wie es so ihre Art ist sagte B. zu mir am Telefon: „ Wir beide sind Sammler. Aber er ist noch in der Verleugnungsphase.“

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