Montag, 20. Februar 2017

erneute Ü*berprüfung meiner Sichtweisen

Nachdem ich vorhin einen "dunkelgrauen" Post für ein paar Minuten im Netz hatte, habe ich die Zeilen wieder gelöscht. 
Traurig. Ja. 
Verlustgefühle. Ja. 
Eine "dep*ressive Verstimmung" wird wohl dabei sein. Ja.
Unsicherheit. Ja. 
Darf alles sein. 

Ansonsten: 
Alles eine Frage meiner Gedanken (-muster) und Sichtweisen auf mich, mein Leben und die Lebenssituation. Da ich vorhin deutlich fühlte, dass mich die momentanen negativen und unkontrollierten Gedanken absolut nirgendwo hinleiten/hinbringen, wo ich sein möchte, will ich versuchen meinen Focus auf das zu lenken, was in meinem Leben gut war, gut ist und was ich für unglaubliche viele Möglichkeiten habe. 

Was fehlt ist etwas mehr Mut, Zuversicht, Beweglichket, Kraft und Helligkeit.   

Sonntag, 19. Februar 2017

Paar auf der Parkbank

Dieses Foto aus meinem Archiv von 2010 zeigt eine alte Holzbank auf dem R*iensberger Parkfriedhof. Ich habe das fotografiert, was ich sah. Die Bank stand unter einem alten Fliederbaum. Die Jahreszeit ist somit zu erkennen... 


(zum Vergrößern bitte anklicken)

*

ein Sonntag ohne Kuchen

geht im Grunde und überhaupt gar nicht. Deswegen bin ich gestern Abend - nach einem langen Tag bei meinem Vater - spontan in den Einkaufsladen und ergatterte noch ein paar Äpfel, ein Stück gute Butter und gemahlene Mandeln. Der gemütliche Nachmittag mit Cappuccino, duftenden Apfelkuchen und ein wenig fernsehen ist gesichert.
Bei meiner selbst erstellten Kuchen- und Gebäckauswahl ist massiver Handlungsbedarf zu verzeichnen. Das bemerke ich besonders, wenn ich auf meiner Runde durch meine Lieblingsback- und Kochblogs an Fotos von traumhaften Kuchen und Torten kleben bleibe. Ein Leben ohne Torte ist möglich, aber sinnlos. Hüst.
Jedenfalls habe ich heute Morgen auf dem Blog „Zucker, Zimt und Liebe“ eine  Zitronenrolle mit Käsekuchen-Füllung  (mit einem Klick zum Post) entdeckt. Mir lief umgehend das Wasser im Mund zusammen. 
Ich mag den Geschmack von Zitronen so gern. Dazu die Farbe, der Geruch und die Form der Zitrone. Allein das wäre ein Grund nach Süditalien zu reisen! Auf arte sah ich vor einiger Zeit eine Wander-Doku. Eine der Wanderung führte den Journalisten zur weltbesten Zitrone. Da geht mir das Herz auf. Diese Landschaft.

„In Italien wandert Bradley M*ayhew die A*malfiküste südlich von Neapel entlang, wo uralte Pfade traumhaft schöne Dörfer und Städte verbinden. Immer wieder führt der Weg durch Zitronenhaine, in denen die aromatischen S*fusato-Zitronen wachsen. Von einem Händler erfährt Bradley das Rezept für den Zitronenlikör L*imoncello.“ Text von der arte-Homepage

Was mich am Backen (und dem Kochen) hindert ist meine Küche. Ich habe kaum Arbeitsfläche und wenig Kochutensilien, weil ich die nicht lagern kann. Dann ist viel Licht nur selten in der Küche vorhanden. Natürlich könnte ich die Küche dahingehend verändern, dass ich mehr Arbeitsfläche und etwas mehr Stauraum hätte. Lampen sind käuflich zu erwerben. Jedoch ist meine Küche weiterhin der einzig gemütliche Raum in meiner Wohnung. Ich liebe meine Frühstücksrituale am alten großen Küchentisch. Der zu tief ist, um gut längere Zeit an ihm back- und kochtechnisch zu arbeiten.

Die andere Hürde: Irgendjemand muss das Backwerk essen und da ich mich nur schwer beherrschen kann bei leckerem Kuchen... hm... dann würde ich womöglich dicker und kann ich nicht mehr die Berge in der A*malfiküste hoch. 
Ihr versteht mein Dikemma.  *lächel*

Heute ist es draußen sehr grau, klamm und der Regen versprüht sich gleichmäßig. Die Heizung läuft und am Foto meiner Mutter brennt tapfer eine kleine Kerze gegen das Schummerlicht in der Wohnung.

… hui… gerade ploppt mein Smartphone. E. fragt, ob es die Zitronenrolle gibt, wenn sie bei mir Urlaub macht. Vor lauter Begeisterung hatte ich ihr vorhin den Link von dem Post geschickt.

Äh... im März gibt es also bei mir Zitronenrolle.

Freitag, 17. Februar 2017

das einzig Beständige ist die Unbeständigkeit

Die Gefühle jeglicher Art kommen und gehen. Gestern war ein besonders tieftrauriger Tag. Gegen Ende des Tages wurde es erträglicher. Allein dadurch das die Zeit vergangen ist und ich zeitweise nichts anderes "machen" konnte und wollte, als auf dem Fenster in den Himmel zu schauen. Fast ohne zu denken spürte ich die Traurigkeit und den Verlust. 
Atmen. Abwarten was als nächstes kommt. 
Im Hintergrund meines Inneren - nach all den Jahren mit Erfahrungen und dem Erkennen - wußte ich, dass geht vorbei. Alles geht vorüber. Ich muss jetzt nichts tun und nicht ändern. Atmen.

Die Gedanken machen die Gefühle. Das habe ich schon lange als Wahrheit erkannt. Diese Aussage kommt nicht nur von B*uddha und von mir  ;-) , sondern auch von der aktuellen H*irnforschung. 

Mir sind drei "Grund-Gefühle" bewußt. Die ich erlebt habe. Liebe, Furcht und Trauer. Und wenn alles an Gedanken abfiele, dann das Empfinden von Frieden. Gefühle, die auch ohne Gedanken da sein können. So empfinde ich das. 
Das Denken kann jegliches Gefühl erzeugen, verstärken oder abschwächen. Schlicht: manipulieren. Dieses Verhalten / dieses erlernte Muster versuche ich seit vielen Jahren abzulegen. 
Das ist wahrlich nicht einfach. Ist es z.B. eine Situation, die mich verärgert oder ist es das, was ich dazu in einem Bruchteil einer Sekunde beginne zu denken?  

Die Gedanken im menschlichen Verstand kommen und gehen. Das ist ihre Natur. Gefühle kommen und gehen. 
Zur Zeit stellen sich Gefühle ein, die ich nicht haben möchte. Sie entstehen vorallem aus Gedanken, die mir - so denke ich - völlig zusammenhangslos in den Kopf purzeln. Diese Gedanken und Gefühle alle nebeneinander erst einmal "stehen zu lassen", dass ist schwer. Sehr oft wehre ich mich dagegen. Bis zum Glück, wie ich finde, mir immer schneller bewußt wird, dass weder das Ablehnen noch das mich Hineinsteigern gut für mich ist. Was ich lerne ist: Die Gedanken und die daraus entstehenden Gefühle anzunehmen. Sie zu beobachten. Wenn es mir gelingt. Nicht nachgeben, aber auch nicht forcieren.
Und warum sollten alte Wunden nun gerade nicht "aufbrechen"? 

Tja... und Vor*stellungsgespräche kommen und gehen. Ich habe mir gewünscht, dass ich den Job bekomme. Da mich niemand angerufen hat in der Mitte der Woche, wird sich jemand anderes gerade sehr freuen. Und das freut mich. 
Sollte ich bis zum 1. April keine Arbeit finden, hat es zumindest den Vorteil, dass meine Freundin E. und ich fünf schöne Tage Mitte März für uns haben. Nach zwei Jahren wird das auch höchste Zeit. 

Nach einem kurzen Spaziergang, meinen Körper-Übungen und einem Cappuccino habe ich gestern am Nachmittag erneut nach einemn Ar*beitsplatz im Internet gesucht. Zwei Be*werbungen habe ich versenden können.
Die Zeit läuft, mein Geld wird erschreckend schnell weniger und die Ängste, die sich für vier Wochen verkrochen hatten, kommen zurück. Übrigens ebenfalls eine Frage der eigenen Gedanken und ihrer ständigen Wiederholungen. E. T*olle hat das schön in seinem Buch "Jetzt" beschrieben. Angst entsteht in dem Vakuum zwischen dem, was jetzt IST und dem, was sein könnte.



Am Abend telefonierte ich mit meinem Schwager, der gestern Geburtstag hatte. Er erzählte mir, dass er später am Mittwoch - wie auch schon meine Schwester -  allein auf den Friedhof gegangen ist, um nach dem Grab zu sehen. Beide hatten unabhänigig von einander den gleichen Impuls. 
Für meine Seele waren seine Worte schönes Balsam. 
Wir haben die vergangenen schweren 32 Tage bedächtig, achtsam, ruhig, gut und geschmeidig durchschritten und erlebt. 
Das ist zutiefst wertzuschätzen und dafür bin ich sehr dankbar.

Die wahren & tiefen Berührungen im Leben bzw. das, was die Mutter einer auf den eigenen Weg mitgegeben hat, dass läuft im Herzen und in der Seele ewiglich mit weiter. Es kann nicht verloren gehen. Das Wissen darum und es zu fühlen, das ist tröstlich.




 *

Donnerstag, 16. Februar 2017

irgendwie haltlos

Bei strahlendem Blau am Himmel und der milden Mittagssonne wurde die Urne meiner Mutter in die Erde eingelassen. Frische Frühlingsblumen in einem zarten Kranz um die Urne herum. Sie vermischten sich auf der Erde liegend mit unseren mitgebrachten vier kleinen Sträußen aus weißen Rosen. Die Ruhe auf dem Friedhof war wohltuend. 
Der junge Bestatter hat seine Aufgabe gut gemeistert. 

Aus einem Grund (den ich nicht aufschreibe) ging diese kurze Zeit auf dem Friedhof an meinem Inneren vorbei. Ich war da und "wach", aber irgendwie... es ist, wie es ist. 

Am späten Nachmittag ging ich zu B.H., welche fünf Minuten von meiner Schwester entfernt lebt. Es gab Cappuccino und frische, selbstgebackene Kekse. Letztlich wurde der Tag zu lang, aber es war gut die Freunde zu sehen und ein wenig zu sprechen. Ich rede ansonsten kaum noch. Wenn einmal jemand zu sprechen da ist, kann ich nicht viel reden.

Nach zwei Stunden bei meinen Freunden bin ich mit dem Zug nach Hause gefahren. Im Zug holte mich ein, was womöglich zur Urnen-Beisetzung hätte sein sollen (?). 
Zudem schrieb mir während meiner Zugfahrt meine Schwester, dass sie noch einmal auf dem Friedhof gewesen ist und das Grab verschlossen war. Die Blumen lagen schön auf der Erde. 
Erst in dem Moment hatte ich das Gefühl von "abgeschlossen". 
Dieses Sehen und das Wahrnehmen des offenen Grabes, welches wir ungeschützt zurücklassen mussten, dass hat mir nicht gut getan. Ich bin so froh, dass meine Schwester noch einmal zum Grab gegangen ist und mir das mitgeteilt hat.

Nach über neun Stunden Schlaf bin ich in einen neuen Tag gestartet. Heftige Gefühle der Trauer überfluten mich und irgendwie fühle ich mich haltlos. 

Alles, was von einem langen, schönen, schweren Leben ... von einem Menschen... über bleibt, dass passt in ein kleines Gefäß aus grünen Marmor.

Dienstag, 14. Februar 2017

frische Luft

Ich habe es am Vormittag geschafft pünktlich bei der Friseurin anzukommen. Mit etwas Farbe sieht eine doch gleich ein wenig frischer aus. Am Ende des Aufenthaltes im Salon erwähnte ich, dass meine Mutter verstorben ist. Die Friseurin hat in den vergangenen sechs Wochen innerhalb von drei Tagen ihre Schwester und ihre Cousine verloren. Sie hat mein ganzes Mit-Gefühl. 


Bei der Bank habe ich meine Kr*edit-Karte zu sofort gekündigt. Ich habe die Karte in meiner Wohnung so gut versteckt, dass ich sie seit Wochen nicht wieder finde. Das war mir ein wenig unangenehm. Erstaunlicherweise bekomme ich anteilig für die Kartenkosten 14,80 Euro wieder. Endlich drum gekümmert. 
Bei dem Stromanbieter war die Warteschlange unfassbar lang! Bin gleich rückwärts wieder raus. Da finde ich eine andere Lösung.  

Mein Vater rief an, weil er etwas verlegt hatte. Zum Glück habe ich am Mittwoch gesehen, wo er die Unterlagen hingelegt hat.

Gegessen habe ich heute regelmäßig. Mein Magen fand das nicht lustig. Tagsüber ging es mir vom Kopf her besser. Das war gut. 

Mittwoch also die Urnen-Beisetzung. Es ist erfreulich, dass es mittags nicht mehr so eisekalt ist und morgen die Sonne vom Himmel scheinen soll. Das wird ein langer Tag. Mögen die öffentlichen Verkehrsmittel mich gut von A nach B bringen.

Vermutlich werde ich sehr gespannt am morgigen Abend auf meinen AB schauen. Ob die Firma angerufen hat?

Weil die Sonne so schön vom Himmel schien und die Temperaturen über Null stiegen, bin ich am frühen Nachmittag in die Klamotten geschlüpft. Raus an die frische Luft. Eine Wohltat für die Lungen und meine Seele! Für Fotos für euch habe ich die Kamera eingesteckt.    

 zu und zu puschelig


 Flechten-Schönheiten

 
 Wasser-Versorgungsstelle im Streber-Garten :-)

 
 moderner Wohnungsbau - noch unbewohnt


 Frau Oona unterwegs im Winter in Norddeutschland 

In der letzten Nacht mit massiven Kreislauf-Problemen bin ich am Notarzt vorbeigeschrammt. Möge diese Nacht erholsam sein. Morgen brauche ich Kraft und einen ausgeruhten Geist.  

Memo an mich


Ich achte noch besser auf mich.





A H O I 

Montag, 13. Februar 2017

es bleibt dabei: Irgendwas ist immer...

Das sich das auch immer so sammeln muss. Das, was nervt und überflüssig ist. 
Die Zahnkrone konnte wieder festzementiert werden. Die Zahnärztin sagte zu mir: "Wo Sie hier schon mal liegen, da gucke ich mir doch gleich alle Zähne an." Tja... Wieder was an den Zähnen. Ich habe die Wahl zwischen Füllung oder Krone. Keramik oder aus Gold. 80, 800 oder 900 Euro. Dazu noch eine Zahnreinigung wegen der Implantate für 88 Euro. Die Zahnschiene musste heute dringend gereinigt werden. Zement und Reinigung (Sparpreis) waren dann 33 Euro. Das Geld flutscht nur so... das macht mir Angst. 

Mein Stromanbieter hat was umgestellt und will richtig viel mehr Geld haben. Das teilte er mit am Samstag per Post mit. Nun darf ich kündigen, wenn ich will. Also latsche ich die Tage ins Service-Center in der Innenstadt und lasse mich beraten. Welcher Tarif und so. Moah... 

Eine Rechnung von meinem T*elefonanbieter verkündetet vorgestern - ohne Vorwarnung - dass der Vertrag abgelaufen ist und ich nun 10 Euro pro Monat mehr zahlen muss. Schluck. Ich rief dort heute an. Gruselige "Wartemusik". Jetzt habe ich wieder den "alten" Vertrag zum bisherigen Preis. Auch erledigt.

Es trudeln Absagen auf Be*werbungen ein, die ich vor Wochen geschrieben haben. Was soll das? Ehrlich jetzt. Als wenn ich nach Monaten nicht wüßte, dass ich die St*elle nicht bekommen kann.

Ich habe das Gefühl, dass ich a) seit Wochen auf dem einen Auge schlechter gucken kann und b) meine Konztentrations-Schwächen von Woche zu Woche schlimmer werden. Beunruhigend. 

Sinnigerweise schrieb mich die Tage mein Optiker an, dass ich nach einem Jahr mit der neuen Brille zur Kontrolle kommen könnte. Wahrscheinlich nicht kostenlos. Nun ja. Nächsten Donnerstag habe ich Zeit. Falls ich schon wieder neue Gläser bräuchte, sollte ich das vor dem 01.3. 2017 regeln. Erwähnte ich, dass diese Brillengläser 1.200 Euro gekostet haben?? Gleitsicht und Prisma etc.

Am Nachmittag telefonierte ich mich E. aus Bayern. In vier Wochen kommt sie für fünf Tage zu Besuch. Ob ich nun arbeite oder nicht. Es fällt mir schwer mich zu freuen, weil heute fühle ich mich sehr traurig. 

Oh... die Lieblingssendung meines Vaters ist vorbei. Dann kann ich ihn anrufen. 

Meine Ernährung ist sehr schlecht. Hilft aber nichts. Ich muss essen und was Gesundes mit Nährwert wäre optimal. Wegen Kraft und Energie. Gleich backe ich eine Quiche mit Möhren, Kresse, Zwiebel, Frischkäse, Eier und Ziegenkäse und so. Davon kann ich drei Tage essen und es läßt sich prima einfrieren. 
Zumindest habe ich die Ernährung nicht ganz aus dem Blick verloren. Jeden Montagabend bin ich inspiriert und begeistert von den "Er*nährungsdocs" vom NDR. Glücklicherweise kann eine das wunderbar in der Mediathek nachschauen und lernen.

Sonntag, 12. Februar 2017

darauf hoffend

- bin ich ein wenig in einer leisen "Warte-Haltung", dass mich Mitte nächster Woche der Mensch anruft, bei dem ich am letzten Dienstag das Vor*stellungsgespräch hatte und er mir sagt: "Wir möchten Sie als neue Mitarbeiterin."

- dass meine Kodderichkeit verschwindet, wenn ich endlich wieder an die frische Luft kann. Ohne mehrere Schichten unpassender Kleidung tragen zu müssen. Weswegen ich seit Wochen zuwenig an der frischen Luft bin. Es ist zudem draußen ständig grau und nebelig. Der letzte Tag mit etwas Sonnenschein war meiner Erinnerung nach bei der Trauerfeier vor 1 1/2 Wochen.

Ich hoffe darauf, dass ich morgen ab Mittag wieder kraftvoll zubeissen kann. 

In einer der Schubladen bei meinen Eltern fanden mein Vater und ich gestern einiges an Krimskrams, Fotos, Zeitungsauschnitte und Notizen meiner Mutter. Wir waren auf der Suche nach den Bergen an Medikamenten, die meine Mutter verschrieben bekommen hat. Meine Mutter hat nie einfach so was eingenommen und dennoch war es letztlich zuviel Gift Zeug.
Die Apothekerin sagte mir, dass man heutzutage die Medis im normalen Hausmüll entsorgen kann/muss. Außer R*heuma- und K*rebs-Mittel. Tüte um Tüte wird der ganze Kram nun entsorgt.

Jedenfalls fanden wir einen grünen Schlüssel-Anhänger in einer der Schubladen. Wahrscheinlich ist es ein Werbegeschenk. Scheinbar hat meine Mutter ihn schön gefunden, sonst hätte sie ihn weggeschmissen. Im Bauch des Holzteilchens ist ein kleiner Kompass. Mein Vater wollte den Anhänger wegschmeißen, aber ich habe ihn mitgenommen. Er hängt nun an meinem Schlüsselbund. So lange wie das Teil hält, kann es bleiben und mich an meine Mutter erinnern.

Samstag, 11. Februar 2017

K*rönchen rausgehebelt

Ich habe diesen Post überarbeitet. Die Absätze nun sinnergebend umgestellt. 

Natürlich am Wochenende habe ich mir meine bewegungsfreudige Zahnkrone rausgehebelt. Mit der Zahnseide. Dabei passe ich doch schon so auf. Aber mit den Gedanken nicht bei der Sache... flupp... ist das Teilchen durch das Bad gesprungen. Tja...hoffentlich hat die Zahnärztin am Montag etwas Zeit, um das Krönchen wieder anzukleben. Wenn ich mit den Nerven wieder stabiler bin und ich mehr Geld habe, werde ich dieser Krone den Laufpass geben. Ich hätte eh gern das Silberbröckchen gegen was Zahnfarbendes getauscht. 

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Heute war ich den Tag lang bei meinem Vater. Als ich um 18.20 Uhr wieder zu Hause war, spürte ich erst, wie kribbelig und unruhig ich bin. Es gab eine Menge zu tun. Haushalt, Wäsche oder Dinge besprechen für die nächsten zwei Wochen. Er hatte heute besonders starke Schmerzen.

Es ist ein ständiges Abwägen von Handlungen, Entscheidungen, Freiräume erschaffen und auch nutzen. Passende Worte finden. Die zwischenmenschlichen Grenzen erkennen und achten. Fordern, aber nicht überfordern. Mit-Gefühl statt mit-leiden. 

Wenn nichts dazwischen kommt, habe ich dieses Mal drei Tage am Stück für mich.

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Die Gefühle der starken Trauer sind vorübergehend in mir ein wenig verloren gegangen. Seit ich am Dienstagvormittag wegen des Vor*stellungsgespräches automatisch auf "Ich muss funktionieren-Modus" geschalten habe, fühle ich mich nicht gut. Es ist ein Gefühl, dass ich nicht "stimmig" bin. Mir bleibt im Moment das Beobachten.

Es fällt mir nicht leicht in "mein eigenes Leben" zurückzufinden. Das nicht geprägt war und ist von Beziehungen, Kindern, einer beruflichen Arbeit, Haus/Wohnung oder Verpflichtungen aller Art. Zurück in einen Alltag, der wieder daraus bestehen wird, dass Not-wendigste zu schaffen und den "de*pressiven Verstimmungen" stets das Wasser abzugraben. Zu versuchen jeden Tag eine Handbreit Wasser unter dem Kiel zu haben.

Am Morgen bin ich schwer aus dem Bett gekommen. Ich vermute, dass die letzten vier Wochen jetzt nachwirken. Sich die Erschöpfung durch das ständige "unterwegs sein" und den  Aus*nahmezuständen der Gefühle nun den Raum nimmt, für den vorher keine Zeit war. Das ist in Ordnung, denn jetzt habe ich ja Zeit und Ruhe.

AHOI 

Donnerstag, 9. Februar 2017

es geht weiter

Mich hat der Spruch "Das Leben geht weiter.", welchen eine im Leben in verschiedenen Zusammenhängen vernimmt, dann eher gestört als getröstet. 
Doch das Leben geht weiter. 
Tatsächlich habe ich das Gefühl, den "Faden" erneut aufgenommen zu haben. Am Vormittag musste ich mich selbst etwas anstupsen. In verschiedenen Läden habe ich eingekauft. Über den ganzen Tag verteilt lief in vier Durchgängen die Waschmaschine. Der Keller hängt fast bis auf die letzte Leine voll mit meiner Kleidung.
Der Schrank mit dem Putzzeug und angesammelten Zeug ist nun entrümpelt und sortiert. Mein Bett ist frisch bezogen mit einem Bettzeug, von dem ich gar nicht wußte, dass ich es jemals gekauft habe ... grübel... Ich telefonierte am Nachmittag mit meiner früheren Kollegin M. und am Abend mit B.K. Das Bad ist geputzt. Seit Wochen gibt es keine passenden St*ellenausschreibungen. 

Zum dritten Mal an hintereinander folgenden Tagen gab es etwas Warmes zu essen, was im Ansatz einen Nährwert hatte. Eine Möhre, eine Zuccini, eine kleine Knobi-Zehe und eine gelbe Paprika (alles Bio) in Gemüsebrühe gegart und dazu gab es Bio-Hirse. Tomatenmark und Ziegenfrischkäse waren auch mit im Essen. Für morgen habe ich noch keine Idee. Gut wäre etwas, dass ich am Samstagabend mir warm machen kann, wenn ich von meinem Vater wieder zurück komme.

Es geht halt weiter... irgendwie anders, aber es geht weiter. 
Und natürlich ist das gut so. Nach vornehin formieren sich zarte Gedanken und Ideen. 
Einen Schritt nach dem anderen.

Mittwoch, 8. Februar 2017

„Beruhige Dich, mein Herz.“

Der heutige Tag war anstrengend. Ich fuhr am Vormittag mit dem Zug nach B*remerhaven. Dieses Warten und "herumstehen" an eiskalten Bahnhöfen und Gleisen geht mir an die Substanz. Am Bahnhof Brhv. holte mich meine Schwester ab, weil wir zusammen mit unserem Vater wichtige Angelegenheiten regeln wollten. Tja… das sich heutzutage ein B*ankhaus erlauben kann von 13 – 14 Uhr eine Pause zu machen, war nicht in meinem Vorstellungsbereich. Zum Glück hatten wir ansonsten Termine. Meine Schwester fuhr danach wieder ins Geschäft und ich eine Stunde später nach Hause. Mehr zu erledigen war nicht machbar. Unserem Vater geht es schlecht. In jeglicher Hinsicht. Er sagt die letzten Tage Dinge, die mich ängstigen, beunruhigen und dann wieder gibt er Erstaunliches von sich. 

**

An den letzten Abenden ist die Einsamkeit hier zu Hause eine andere Herausforderung geworden. Ich nehme eine Strömung in meiner Seele war, die mich beunruhigt. Das Sterben und der Tod meiner Mutter würfelt einiges auf allen Ebenen durcheinander. Das ist schwer auszuhalten.

Da ich noch weniger essen kann als ohnehin schon, fällt mein bisheriges „Be*täubungsmittel“ (Zucker und zuviel essen) weg. Das andere Mittel zum Abdämpfen meiner Gefühle oder Ängste  – tagelanges, stumpfes fernsehen – funktioniert nicht mehr. Ich kann mich kaum auf das, was im Fernsehen läuft konzentrieren und es fühlt sich an wie eine unfassbare Verschwendung von Lebenszeit. Einzig Naturfilme kann ich sehen. Auch wenn sie mich tieftraurig machen.

Vielleicht „beruhigt“ es sich in mir, wenn am nächsten Mittwoch die U*rnen-Beisetzung hinter uns liegt. Meta findet ihre letzte Ruhestätte an einem Ort auf dem Lande, wo wir als Familie viele Jahre gewohnt haben. Dort lebt meine Schwester mit ihrer Familie sowie meine älteste Freundin B.H. mit ihren Lieben. 
Ich mag den kleinen Friedhof. Schon immer. Ina liegt dort begraben und hinter dem Friedhof erstrecken sich große Felder, Wiesen und Wälder weit ins Land. In der Nähe des Friedhofs waren wir oft in unserer Kindheit spielen und machten viele Radtouren mit den Eltern in der Natur.  

Es ist Zeit ins Bett zu gehen. In den wenigen Minuten oder in der Stunde bevor ich in den Schlaf flüchten kann, könnte ich in den glasklaren Momenten des Begreifens, dass meine Mutter unwiederbringlich und für alle Zeiten fort ist, schier verrückt werden.

" Beruhige Dich, mein Herz."